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17.07.2020

Sr. Leoni Pregunta vor dem Mutterhaus in Steyl

„Mein Herz sehnt sich danach, an der Seite der Schwächsten zu sein“

Sr. Leoni Pregunta leitet in Steyl den englischsprachigen Erneuerungskurs (Terziat), der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt. Die freie Zeit möchte die 52-Jährige nutzen und geht für einige Monate nach Athen, um dort die Schwestern bei der Arbeit mit den Flüchtlingen zu unterstützen.

Ich bin auf den Philippinen aufgewachsen und dort in unseren Orden eingetreten. Bevor ich nach Steyl kam, war ich als Missionarin in Brasilien. Als ich die Einladung bekam, ein besonderes Missionsmandat in unserem Mutterhaus zu übernehmen, war ich sehr aufgeregt. Es war ein Neuanfang: Eine neue Sprache, neue Kultur und eine neue Realität, mit der ich mich auseinandersetzen musste.

Am 6. Dezember 2016 betrat ich zum ersten Mal das Land unserer Gründergeneration. Ich hatte keine genaue Vorstellung davon, wie und was meine Aufgabe in der Gemeinschaft sein würde. Dann begann der Inkulturationsprozess. Aufgrund der Sprachbarriere konnte ich in der Gemeinde Steyl nur eine kleine Aufgabe erfüllen. Als der englischsprachige Terziatskurs in Steyl stattfand, wurde ich eingeladen, an dem Programm mitzuwirken. Dieser dreimonatige Kurs wird unseren Schwestern zehn Jahre nach ihren ewigen Gelübden zur geistlichen Erneuerung angeboten. Von da an gehörte ich bei den folgenden Kursen zum Koordinationsteam.

2020 ist mein viertes Jahr in Steyl. Bis jetzt bin ich glücklich in der Terziatskoordination. Es fällt mir leicht, weil ich die Sprache des Kurses beherrsche. Wenn wir keine Kurse haben, helfe ich in den kleinen Gottesdiensten mit unseren Gästen, die für einen oder mehrere Tage zu Exerzitien bleiben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das diesjährige Terziat abgesagt, und auch die meisten Kurse im Mutterhaus fallen aus. Deshalb habe ich darüber nachgedacht, freiwillig nach Athen zu gehen. Ich habe viel über die dortigen Flüchtlinge und ihre Lebenswirklichkeit gehört, und jetzt ist meine Chance, ihnen zu helfen.

Ich freue mich auf diese neue Mission und bin dankbar, dass meinem Wunsch entsprochen wurde. Auf das, was Athen für mich bereithält, freue ich mich. Mein Herz sehnt sich danach, an der Seite der Schwächsten zu sein. Die Flüchtlinge brauchen mich, und ich brauche sie auch. Bei allem, was ich bin und habe, weiß ich, dass ich mich der Herausforderung stellen kann, natürlich im Vertrauen auf die beständige Gegenwart des dreieinigen Gottes. Ich bin eine Dienerin des Heiligen Geistes und ich bin dazu bestimmt, dorthin zu gehen, wohin der Geist mich führt.

Sr. Leoni Pregunta

Information zur Kommunität in Athen: Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie leben derzeit zwei Schwestern in der „Community in Movement“: Sr. Ewa Pliszczak und Sr. Viktoriya Kovalchuk. Die beiden Schwestern unterstützen den Jesuiten Flüchtlingsdienst (JRS) bei der herausfordernden Arbeit mit den geflüchteten Menschen. Mehr zur Kommunität in Athen lesen Sie hier.