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12.04.2019

Bild: Pixabay

Mission braucht lebenslange Bildung

Das Netzwerk Afrika Deutschland (NAD) hat in seinem letzten Fastenimpuls das Thema "Mission" aufgegriffen. Lesen Sie von der Herausforderung für alle Christen, die zeitlose Botschaft Jesu zu bezeugen

Mission ist ein belastetes Wort. Es klingt nach proselytieren, zwangsbekehren, Anderen die eigenen Überzeugungen aufdrängen, fremde Kulturen zerstören. Manche Episoden der Missionsgeschichte haben dieses Vorurteil verstärkt. Missionar*innen werden beschuldigt, die Kulturen anderer Völker verachtet zu haben. Oft waren sie von der Überlegenheit der europäischen Kultur überzeugt und ignorierten oder missverstanden die Werte und Ausdrucksformen afrikanischer Kulturen und Religionen.

Schon vor 100 Jahren machte Papst Benedikt XV. in seiner Enzyklika Maximum Illud die klare Unterscheidung zwischen Kolonisierung und Mission und forderte Respekt vor den kulturellen Eigenarten der Völker. Die große Herausforderung der jungen Kirchen Afrikas heute ist es, die Botschaft Jesu in den Kulturen und Lebensweisen der Menschen zu verwurzeln. Christen in Europa stehen vor ähnlich großen Herausforderungen. Wissenschaft und Technik, Globalisierung und Säkularisierung verändern unsere Kultur, Sprache, Denken und Lebensweise radikal. Wie können wir die Botschaft Jesu einer sich ständig verändernden Welt nahe bringen? 

Dazu bedarf es kontinuierlicher Reflexion und Fortbildung aller Akteure der Mission, um die Sprache und  die Kultur der Menschen heute zu verstehen. In seinem ersten apostolischen Schreiben, Evangelii Gaudium, gab Papst Franziskus der Kirche Orientierungen, wie dieser Prozess aussehen könnte. Wichtige Elemente sind:

- In einer lebendigen Beziehung zu Jesus zu leben und sich der Radikalität seines Wortes zu stellen.
- Der Lebenswirklichkeit der Menschen nahe zu sein, ihre Sorgen und Hoffnungen zu teilen. - In Predigt und Katechese die Botschaft Jesu für die Lebenswirklichkeit von heute relevant zu machen.
- In einer synodalen Kirche zusammen mit Bischöfen, Priestern und Laien im Geiste Jesu gemeinsam nach Antworten auf neue Entwicklungen und Herausforderungen zu suchen. 

Denkanstöße:
Welche modernen Ausdrucksformen des Glaubens (Texte, Lieder, Bilder…) sprechen mich an? Was in unserer traditionellen religiösen Sprache ist für mich fremd und unverständlich?  Wo sind Orte, wo Klerus und Laien, Junge und Alte nach neuen spirituellen Formen suchen?

Die Steyler Missionsschwestern sind Mitglied des Netzwerks Afrika Deutschland