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14.06.2019

Der Ambo im Heilig-Geist-Kloster mit den Flammen der Pfingstnovene

Pfingstnovene: „Ich bin, der ich (für euch da) bin.“ (Ex 3,14)

Um sich auf Pfingsten vorzubereiten, trafen sich Schwestern und Mitglieder der Missionarischen Heilig Geist Gemeinschaft (MHGG) in der Kirche des Heilig-Geist-Klosters in Wimbern, um die Herzen für das Kommen des Heiligen Geistes zu öffnen.

Mit dem Exodus-Schrifttext zum Gottesnamen „Ich bin, der ich (für euch da) bin“ begann die Pfingstnovene. Von diesen Versen aus dem Alten Testament wurde an den darauffolgenden Tagen die Brücke zum Johannes-Evangelium und den „Ich bin“-Versen geschlagen. Im Johannes Evangelium spricht Jesus in sieben Gleichnissen die bekannten Worte wie „Ich bin das Brot des Lebens“ oder „Ich bin die Tür“.

Für jeden „Ich bin“-Vers wurde vor dem Ambo eine Flamme „entfacht“. Ein kleines aufgestelltes Licht machte uns bewusst, Christus, der Auferstandene, ist in unserer Mitte. Neben dem passenden Schriftwort wurde Gebete gesprochen und es gab einen betrachtenden Impuls, der die Bibelverse mit unserem heutigen Leben in Beziehung setzte. Natürlich durfte auch der traditionellen Novenengesagng „Herr, sende uns deinen Geist, dass er uns durchglühe und erfülle“ nicht fehlen.

Die Pfingstnovene im Wimberner Kloster wurde gemeinschaftlich von Schwestern und Mitgliedern der MHGG vorbereitet und vorgetragen. Immer wieder kamen Mitbetende zu uns und bedankten sich für die schöne Novene. „Nach dem Novenengebet am letzten Tag sagte ein MHGG Mitglied: „Jetzt kommt er, der Heilige Geist“.

Text und Foto: Sr. Lucia Regina SSpS

Betrachtung zu "Ich bin die Tür":

ich hatte einen traum
ich saß im gefängnis
rund um mich her mauern
dicke hohe mauern
und rundum türen
türen und nochmals türen

ich lief
von einer tür zur andern
wie wahnsinnig
alle türen waren verschlossen

ich warf mich
mit meinem körper
gegen die türen
aus verzweiflung
aber die türen
waren aus eisen
und waren ohne mitleid

als ich erschöpft
vor einer tür
am boden lag
da kam jemand
zu mir
freundlich und sagte
komm hierhin
ich zeige dir eine tür
die offen ist

und er nahm mich
bei der Hand
und zeigte mir
eine tür
die ich vorher
nicht gesehen hatte

die wand öffnete sich
mir gingen
die Augen auf
ich konnte
durch die wand gehen
und ich spürte
wie ich aus mir selbst hinaustrat

ich war plötzlich außer mir
ich selbst
so merkte ich
war mein eigenes
gefängnis gewesen
 
und ich sah
einen menschen
wie eine tür
ich sah einen
überaus freundlichen menschen
der war mir tür geworden

aus mir heraus
zu mir hin
und als ich fragte
wer ist der
der mir tür geworden ist
zu mir selbst

da hörte ich eine stimme sagen
wie weißt du nicht
wer gesagt hat
ich bin die tür

                         (Wilhelm Willms)