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22.01.2017

Sr. Lioba (re.) baut mit Sr. Oktavia aus Indonesien ihren ersten Schneemann.

Vom ersten Schneemann und der zweiten Chance (Rundbrief von Sr. Lioba Brand)

Auch in Rumänien ist ein kalter Winter eingezogen - für so manche alles andere als alltäglich. Die Kinder hatten sogar länger Schulfrei, arbeiten jetzt aber wieder fleißig für eine zweite Chance. Davon, und von noch viel mehr, berichtet Sr. Lioba Brand in ihrem neusten Rundbrief.

Das neue Jahr hat zwar mit milden Temperaturen begonnen, doch inzwischen ist der Winter mit Schnee und Eis und Schneesturm auch angekommen. Die Kinder hatten sogar nach den Weihnachtsferien noch zwei zusätzliche freie Tage, weil am 7. und 8. Januar die Straßen blockiert waren und die Busse nicht gefahren sind. Inzwischen freuen sich die Kinder über den Schnee.

Bei uns in der Kommunität ist auch eine neue Schwester aus Indonesien-Timor dazu gekommen: Sr. Oktaviana. Wenn ich etwas Zeit habe, gehe ich mit ihr in die Stadt, um ihr manches zu zeigen, was ganz neu für sie ist. Sie war zwar schon ein Jahr in England bevor sie zu uns kam, dort ist der Schnee aber nicht liegen geblieben, und so ist es für sie ein ganz neues Erlebnis, den Winter so zu erleben. Sie wird vorerst bei uns in der Kommunität sein und mit einer Lehrerin die Sprache lernen. Hier gibt es nicht so viele Möglichkeiten für einen Sprachkurs. Die Lehrerin ist in der Schule gegenüber unserem Haus Informatik-Lehrerin. Auch von der wunderschönen Weihnachtsbeleuchtung im Stadtzentrum war Sr. Ovi ganz begeistert.

Heute waren wir zusammen im nahegelegenen Stadtpark, wo auch ein paar Tiere im Gehege sind, und ein großer Teich. Das zugefrorene Wasser war auch etwas ganz Neues für sie. Dann haben wir zusammen einen kleinen Schneemann gebaut, weil es heute etwas wärmer ist und der Schnee gut klebt. Vor drei Tagen war es bei uns in der Stadt -17°C, an anderen Orten natürlich noch viel kälter. Es war ein klarer Tag und die Bäume waren wunderschön mit Raureif geschmückt. Bis ich dazu kam, Bilder zu machen war es schon wärmer und dort wo die Sonne hin geschienen hat, war schon viel von der Pracht heruntergefallen. Wir haben auch Kinder vom Olympia-Dorf im Park getroffen. Sie waren sehr glücklich uns zu sehen.

In der Schule sind es nur noch zwei Wochen bis zum Ende des 1. Semesters. In der Gruppe "2. Chance" wofür wir die Kinder vorbereiten, die den Anschluss in der normalen Schule verpasst haben, geht jede Klasse von 1 bis 4 nur 1 Semester, also von September bis Januar einschließlich. Das zweite Semester von Februar bis Juni. Voraussichtlich können 4 Kinder aus unserer Klasse, die bald das 11. Lebensjahr erreichen, die 1. Klasse dort beginnen. Die Plätze, die frei werden, werden sofort wieder mit Kindern ab dem 7. Lebensjahr oder älter aufgefüllt. Die Kinder sind sehr eifrig, um die Buchstaben zu lernen und auch Wörter und Sätze zu schreiben. Hoffentlich verlieren sie ihren Eifer nicht, wenn sie so lange in der Warteschleife verweilen müssen, bis sie 11 Jahre sind und einer der 20 verfügbaren Plätze in der Klasse der "2. Chance" frei wird.

Ich weiß nicht, ob ich das schon erwähnt habe, dass ich als Delegierte zum Provinzkapitel der Steyler Missionsschwestern in Österreich gewählt wurde. Das Kapitel findet vom 26.-29. Januar 2017 in Stockerau in der Nähe von Wien statt. Insgesamt sind wir 4 Schwestern, die von Rumänien zum Kapitel fahren bzw. fliegen.

Sr. Ana Tişea bereitet sich auf ihren Abschied vor. Sr. Ana ist eine rumänische Schwester, die aus dem Westen von Rumänien kommt. Ihre Mutter stammt aus der Bevölkerungsgruppe der Slowaken. Nach der Wende hatte die Slowakische SSpS-Provinz in der Gegend auch eine Kommunität, wo hauptsächlich Slowakisch gesprochen wurde. Dort ist Sr. Ana eingetreten. Die Kommunität der slowakischen Provinz besteht aber nicht mehr. Sr. Ana hat Bestimmung für den Formationskurs auf den Philippinen und noch 2 Jahre Missionserfahrung dazu. Ende Februar oder Anfang März wird sie abreisen. Dann bleibt unsere Schwesternanzahl hier in Rumänien wieder gleich bei 10 Schwestern.

So viel für heute. Ich wünsche Euch von ganzem Herzen eine gute Zeit, nicht so viel Erkältung und andere Unannehmlichkeiten, sondern Kraft und Freude am Leben, einfach gesagt den Segen Gottes.

Eure Sr. Lioba Brand