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28.05.2018

Ausflug der Schwestern in die Waldkarpaten.

Von Veilchen und Linden - Rundbrief von Sr. Lioba Brand aus Rumänien

Der Frühling ist eine gute Zeit für Sr. Lioba, um Blumen für ihre beliebten Tees zu sammeln. Es ist aber auch eine schöne Zeit für Ausflüge und Besuche - oder, um selbst einen besonderen Besuch zu empfangen. Mehr dazu in ihrem neusten Rundbrief.

Hier in Rumänien wird die Sommerzeit schon ab dem 1. Juni gerechnet. Außerdem ist der erste Juni auch der internationale Kindertag, an dem schulfrei ist. In der Diözese wird auch der Kindertag gefeiert: jedes Jahr in einer anderen Pfarrei kommen die Kinder zusammen.

Unsere Klasse mit den Kindern, die auf die Schule vorbereitet werden, werden an diesem Tag unseren Jahresausflug machen. Wir haben vor, zu der ca. 60 km entfernten Burg Neamț zu fahren, in der Stadt Târgu Neamț (Neamț heißt ja deutsch, und die Stadt heißt deutscher Markt). Ganz in der Nähe ist auch der Geburtsort eines rumänischen Schriftstellers, Ioan Creangă. Er hat sehr schöne Geschichten für Kinder geschrieben. In seinem Geburtshaus sind einige Geschichten szenisch nachgebildet.

Heute, eine Woche später als bei uns, feiern die orthodoxen Christen das Pfingstfest und am Tag danach gleich das Dreifaltigkeitsfest. Am Pfingstfest werden Lindenzweige gesegnet, weil sie die Form von Flammen haben. Auch stehen die Sommerlinden jetzt gerade in der Blüte. Hier sind die Linden auch sehr beliebt. Die Schule, in der ich arbeite bei den Franziskanern, liegt in der Lindenstraße.

Am 1. Mai war hier auch Tag der Arbeit und Feiertag. Wir Schwestern haben an diesem Tag zusammen einen schönen Ausflug in die Ostkarpaten oder auch Waldkarpaten gemacht. Dort sind ja auch sehr schöne Klöster. Wir haben das Frauenkloster Gura Humorului (das heißt so viel wie humorvoller Mund) und einen Priester aus Roman dort besucht. Das Pfarrhaus ist ein richtiger Pfarrhof mit Tieren und Weiden dazu. Dort haben wir gepicknickt und sind dann wieder ganz gemütlich zurückgefahren. Ich konnte natürlich wieder Schlüsselblumen für den Hustentee sammeln. Inzwischen habe ich auch schon einige andere Teepflanzen getrocknet. Veilchen, Himbeer-Blätter, Akazienblüten (Robinien). Der wilde Thymian ist auch schon am Blühen, aber bei mir im Garten noch nicht. In den nächsten Tagen möchte ich noch Spitzwegerich und ein wenig Holunder-Blüten sammeln. Mit den Kindern haben wir schon Holunder Küchlein gebacken und Holunderlimonade gemacht.

Im Hochbeet gedeihen die Pflanzen sehr schön, vor allem dank des Schneckenzaunes. Die Salatpflanzen, Petersilie, Bohnen, Zucchini, Melisse und Sonnenblumen haben mir die Schnecken total abrasiert. Und das sind bei uns im Garten nur Weinbergschnecken, andere habe ich noch keine gesehen. Ich weiß einfach gar nicht, was ich mit den Tierchen machen soll. Sie sind ja sehr schön, aber in so großer Zahl fressen sie nicht nur faule Blätter. Ich habe schon einmal gedacht, wenn die Krähen nur einmal auf den Geschmack kommen würden… Die Krähen sind hier im Stadtpark und in der Umgebung von Roman in sehr großer Zahl vertreten. Wenn sie abends zu ihren Schlafbäumen zurück kommen ist der Himmel ganz schwarz vor lauter Vögel. Auch sind viele Dohlen darunter. Tagsüber sind sie in kleineren Familien-Gruppen außerhalb unterwegs auf Futtersuche. Im Herbst ist ihre Hauptnahrung Walnüsse, und jetzt holen sie sich die süßen Kirschen von den hohen Kirschbäumen.

Die Heizungsfirma konnte die Solarpanels auf dem Dach installieren und jetzt haben wir sehr heißes Wasser ohne Energieverbrauch.

Im Olympia-Dorf konnte ich meinen Wunsch, den Hof einzuzäunen, noch nicht verwirklichen. Jetzt habe ich mir schon einmal Himbeere-Ableger eingepflanzt, und das gleiche werde ich auch mit Brombeeren machen, die ich dann gleich einpflanzen kann, und die ohne große Probleme wachsen, weil sie dann schon Wurzeln haben. Der Platz ist jetzt zwar schon grob von Abfall befreit, aber es ist nachmittags sehr heiß, und ich kann in der Sonne nicht arbeiten. Es ist auch gar kein Schatten vorhanden.

Die Gruppe mit den Eltern, die wir jeden Mittwoch halten (der Psychologe, sozial Arbeiterin und ich), kommt sehr gut an; letzte Woche hatten wir 17 Eltern dabei. Wir sprechen über Probleme mit den Kindern, und es kommen auch immer Probleme des Zusammenlebens im Olympia Dorf zur Sprache.

Anfang Mai hatten wir Besuch von einem Bruder aus Taizé, Frere Kilian. Er hat bei den Franziskanern gewohnt für 2 Tage, hat unsere Arbeit in der FUP (Fundatia Umanitara Pacea) und die Taizé-Gebetsgruppe besucht. Es war sehr schön und ermutigend für die Taizé-Gruppe. Bruder Kilian kommt ursprünglich aus Unterfranken und ist in Taizé für die Gäste aus Rumänien und aus Afrika zuständig. Außerdem auch noch mit für die Musik. Das war natürlich sehr ermutigend für die Jugendlichen, die jede Woche zum Taizé-Gebet in unsere Kapelle kommen. Von uns aus ist er weiter nach Bukarest gereist.

So viel für jetzt. Ich treffe ja viele von Euch im Heimaturlaub, bis dahin ganz liebe Grüße.
Im Gebet verbunden Grüße ich von Herzen,
Eure Sr. Lioba Brand