Trigger
23.12.2016

Zum "Colindam" (Weihnachtssingen) kamen die Kinder auch ins Kloster.

Weihnachten im Olympiadorf (Rundbrief von Sr. Lioba Brand)

Inmitten aller Weihnachtsvorbereitungen hat Schwester Lioba Brand sich noch einmal Zeit für einen Rundbrief aus Rumänien genommen, um zu erzählen, was diese Zeit dort prägt und wovon sie für die Zukunft träumt.

Der Monat Dezember hat mit einem Schock begonnen, als ich vom plötzlichen Tod meines Bruders Meinrad erfahren habe. Aus diesem Anlass war ich auch vom 3. bis 11. Dezember in Deutschland. In dieser Woche war ich aber ganz mit den Angelegenheiten in Verbindung mit dem plötzlichen Tod beschäftigt. Es hat mich auch sehr viel Kraft gekostet. Meine Geschwister und ich waren sehr bewegt, wie viel Anteilnahme wir von nah und fern erfahren haben. Als ich zurückgekommen bin, habe ich hier bei den Kindern ein Gedenken gemacht. Hier heißt das Pomana. Meinrad hatte mich nämlich auch mit dem Touran von Laupheim im Juli 2011 nach Rumänien gebracht. Da waren noch Sr. Marianna Bornschlägl und Sr. Antonia Schmid dabei.

Die letzten Tage und Wochen waren ganz von den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest geprägt. Erst haben wir Weihnachtskarten gestickt mit den Kindern, dann haben wir noch Christbaumschmuck gebastelt, und die Lieder eingeübt, für das Weihnachtssingen (colindam), das wir dieses Jahr zum ersten Mal gemacht haben.

Heute haben wir die Weihnachtslieder an verschiedenen Stellen gesungen. Bei uns Schwestern waren wir auch. Die Kinder haben sich sehr gefreut, einmal zu sehen, wo ich wohne. Sie haben auch wunderschön gesungen. Bei den Franziskanern waren wir auch noch und dann noch bei befreundeten Familien. Morgen ist die Abschluss-Weihnachtsfeier. Unsere Kinder haben ein Theaterstück eingeübt.

Heute war ich noch bei einer Gruppe, wo ich in Zukunft öfters hingehen möchte. Im Olympia-Dorf ist eine Gruppe von schwangeren Frauen gegründet worden, die über ein Jahr begleitet werden soll, und in den verschiedenen Bereichen wie Ernährung, Hygiene, etc. geschult werden soll. Es sind teilweise sehr junge Mädchen dabei, die schon schwanger sind. Wenn die Ärztin da ist, dann erklärt sie den Frauen auch wichtige Zusammenhänge.

Heute habe ich den Frauen von den Heilkräutern etwas erzählt und wir haben Hustensirup gemacht. Genauer gesagt, ich habe den Sirup schon vorher gemacht und nur erklärt, wie er gemacht wird. Das nächste Mal werden wir Hustenbonbons machen. Kräuterbonbons habe ich auch für das große Konzert bei den Franziskanern gemacht zum Verkaufen und sie sind alle weggegangen wie warme Semmeln.

Für die Hustenbonbons habe ich jetzt die Idee gehabt, die Heilkräuter (Salbei, Thymian und Holunderblüten) in der Sahne zu kochen und ziehen zu lassen, danach abseihen, dann hat man nicht mehr die trockenen Kräuter im Hals, und die Bonbons schmecken und wirken sehr gut.

Viele Kinder haben wenigstens einen Elternteil im Ausland. Jetzt hat mir ein Junge freudestrahlend erklärt, dass zu den Weihnachtsfeiertagen seine Mutter aus Frankreich kommt. Die Kinder vermissen ihre Eltern schon sehr. Auch in dem Olympia-Dorf habe ich manches gesehen, was mich traurig gemacht hat. Mein größter Wunsch ist es, dort mehr mit einer Gruppe von Frauen zu arbeiten, das werde ich auch dem Christkind sagen.

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen ein frohes friedliches Weihnachtsfest, dass ihr die menschgewordene Liebe Gottes spüren und miteinander teilen könnt. Für das Jahr 2017 wünsche ich Euch allen Gottes reichen Segen. Herzlichen Dank für alle Unterstützung in jedweder Form auch immer.

Eure Sr. Lioba Brand SSpS

 

Veröffentlicht: 23.12.2016 / Sr. Michaela Leifgen SSpS