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28.03.2017

Sr. Bernadette (li.) und Sr. Dorothee (re.) verabschieden sich von den Menschen in Ulm.

"Wir werden durch Erprobung bewegt"

Viele waren gekommen um mitzufeiern, als wir Steyler Missionarinnen uns vom Kloster im Herzen der Stadt in Ulm verabschiedet haben. Nach gut drei Jahren heißt es wieder aufbrechen und so stand auch die Eucharistiefeier unter dem Thema "Aufbruch und Abschied".

In einer Dialogpredigt haben die beiden Trägervertreter, Pfr. Estler von der Kirchengemeinde St. Michael und Dekan, Pfr. Kloos von der Gesamtkirchengemeinde das Evangelium von der Blindenheilung als Begegnungsgeschichte ausgelegt und auch unsere scheidenden Schwestern auf diese Weise gewürdigt. Aus dem Motto des Klosters im Herzen der Stadt "Alles wirkliche Leben ist Begegnung" haben sie beschrieben, wie in den vergangenen Jahren durch die Beiden solche Begegnung mit Gott und den Menschen geschehen ist.

In einer Statio zu Beginn des Gottesdienstes hat Provinzleiterin Sr. Anna Maria Kofler in Bezug auf das Evangelium noch einen weiteren Aspekt angesprochen. Das Evangelium von der Blindenheilung sei auch eine Weg-geschichte: "...wir verabschieden uns im Bewusstsein, dass Entwicklungen im persönlichen, gemeindlichen und gemeinschaftlichen Leben immer Weg-Geschichten sind. 'Wir werden durch Erprobung bewegt' - da geschieht im Experimentieren etwas, das ursprüngliche Pläne, vor allem aber alle Beteiligten verändert. Jedes Experiment, jede Erprobung, eine Idee, kann nur dann eine Weggeschichte bleiben, wenn es je nach Wegstrecke neue Ausrichtungen geben kann... Für uns Christen bedeutet jeder Aufbruch ein sich nähern diesem Gott des Weges, ihm vertrauen und seinem Heiligen Geist die Wegführung überlassen. Heute sind wir an einer Wegkreuzung angekommen, die einlädt dankbar auf das gelungene zurückzuschauen, das schwierige zurückzulassen und uns neu auszurichten. So geht heute die Einladung an uns alle, eine Geschichte neu zu schreiben und auf den verschiedenen Wegen immer mehr Das zu entfalten, was Gott im Heiligen Geist in einem jeden von uns grundgelegt hat."

Im Anschluss an die Eucharistiefeier gab es noch einmal Begegnung mit den Menschen die uns in drei Jahren immer wieder begegnet sind und auch mit einer Gruppe von Mitschwestern, die eigens angereist waren. Vor allem auch die kleine Gruppe der "Minis", die einen vielversprechenden Beginn einer Familienpastoral darstellen, waren im Dienst und bei der anschließenden Begegnung mit dabei.

Dankbar schauten wir alle auf das Experiment Kloster im Herzen der Stadt in Ulm zurück und können nun neu dorthin aufbrechen, wohin der Geist uns führen will.

Sr. Dorothee Laufenberg