Trigger
23.12.2020

Foto. Sr. Antonia Schmid

Wir wünschen Ihnen gesegnete Weihnachten

Was für Sr. Stefanie Hall Weihnachten mit dem Bild der Sonnenblume zu tun hat, verrät sie in ihrem Impuls.

Manchmal warte ich auf das Licht
– suche, sehne und hoffe.
Und spüre gar nicht all das Licht um mich,
im Warten.

Manchmal sehne ich mich nach Erfüllung
– suche, warte und hoffe.
Und spüre gar nicht,
wie erfüllt ich doch bin,
in meiner Sehnsucht.

Manchmal hoffe ich auf Freude
– suche, sehne und warte.
Und spüre in all meinen Tränen gar nicht,
dass sie schon tief in mir drin ist,
in meiner Hoffnung.

Manchmal warte ich auf Gott
– suche, sehne und hoffe.
Und ganz unscheinbar und leise
kommt ein Kind zur Welt.

Und in all meinem Warten,
mit meiner Sehnsucht und meiner Hoffnung
kann ich ankommen.

Maria Radziwon

Eine Sonnenblume zum Weihnachtsfest?! Ja, denn sie ist ein wunderschönes Symbol für das, was der Text von Maria Radziwan ausdrückt: für unsere Sehnsucht nach Licht und Freude, nach Wärme und Erfüllung. Wie die Sonnenblume sich zur Sonne dreht, um Licht und Wärme zu empfangen, wie sie uns Freude schenkt mit ihrer leuchtend gelben Blüte und wie sie Tausende von Kernen produziert, um neuen Pflanzen Leben zu schenken oder um viele Lebewesen zu ernähren und zu stärken – einfach faszinierend! Und in einem kleinen unscheinbaren Sonnenblumenkern steckt schon die Größe, Schönheit und Fülle dieser herrlichen Blume!

Ein wunderbares Hoffnungsbild für dieses Weihnachtsfest, das so anders wird als sonst! Für viele schwieriger und einsamer. Unsere Sehnsucht nach Freude, nach Licht und Wärme, auch menschlicher Wärme und Zuneigung, spüren wir in diesem Jahr noch stärker. Und in diese starke Sehnsucht hinein kommt „ganz unscheinbar und leise ein Kind zur Welt“.

In diesem Kind – klein, arm und völlig abhängig von der Liebe anderer Menschen – begegnet uns Gott. Der große Gott, auf den viele von uns besonders jetzt im Corona-Advent so sehnsüchtig warten und hoffen, kommt unscheinbar und leise zur Welt.

Bin ich offen dafür, IHM zu begegnen im Kleinen und Unscheinbaren? In dem Kind, das mich vielleicht gerade nervt? In der guten Idee, die ich im rechten Augenblick bekomme? Im Brief oder der E-Mail einer Freundin, die mich zutiefst schmerzlich oder freudig berührt? In der ausgestreckten Hand einer armen Frau oder eines Obdachlosen vor dem Supermarkt?
Sicher fällt Ihnen noch mehr ein, wie Gott Ihnen begegnen kann, wenn wir sehnsuchtsvoll nach IHM Ausschau halten.

Unsere Sehnsucht ist der Samen, der zu dieser Begegnung führen kann. Nähren wir diesen Samen mit dem Licht unseres Glaubens und der Wärme der Nächstenliebe, so dass sich die Freude der Weihnacht ausbreiten kann in unserem Herzen und im Herzen eines jeden Menschen, der uns begegnet.

Möge diese Freude uns trösten, helfen und stärken in allen Herausforderungen, die auch im kommenden Jahr auf uns zukommen, uns aber auch öffnen für die unscheinbaren Hoffnungssamen eines jeden neuen Tages!

Ein frohes, mit vielen großen und kleinen Gottesbegegnungen gefülltes Weihnachtsfest wünschen wir Ihnen!

Ihre
Steyler Missionsschwestern

geschrieben von Sr. Stefanie Hall SSpS