Trigger

Werdet eine Kirche im Aufbruch

Fünf Tage lang trafen sich in Laupheim rund 30 Schwestern und einige Gäste zum 8. Kapitel der Dreifaltigkeitsprovinz. Unter dem Leitwort "Werdet eine Kirche im Aufbruch" reflektierten sie die Entwicklungen der vergangenen drei Jahre und richteten sich auf die Zukunft aus.

Viel ist in den letzten Jahren passiert – in unserer Provinz, aber auch in Gesellschaft und Kirche. Beides ist nicht voneinander zu trennen, denn viele Veränderungen innerhalb unserer Gemeinschaft waren auch eine Reaktion auf was, was um uns herum geschieht. Die aktuellen Entwicklungen in unserer Gesellschaft und Kirche fordern uns heraus, Stellung zu beziehen, neue Wege zu denken und mutige Schritte zu wagen. Dass dieser Aufbruch schon längst geschehen ist, das wurde uns allen während des Kapitels sehr deutlich.

Die ersten Tage waren geprägt durch die Berichte der Provinzleitung und verschiedener Bereiche wie Finanzen, Missionsprokur, Kommunikation, Jugend- und Junge-Erwachsenen-Pastoral, Ordensausbildung, Missionare auf Zeit (MaZ). Auch Mitglieder der Missionarischen Heilig-Geist-Gemeinschaft (MHGG) und der "Lebensgemeinschaft mit den Steyler Missionsschwestern" waren unter den Gästen des Kapitels und teilten ihre Erfahrungen und Anregungen mit uns. Viele Informationen und Eindrücke wirkten auf uns ein und doch war in allem der eine rote Faden sichtbar: der Heilige Geist, der uns herausfordert und dabei begleitet, nach immer neuen Wegen zu suchen, auf das, was in unserer Zeit geschieht, eine Antwort aus dem Evangelium zu geben.

Bei einer Podiumsdiskussion am Samstag setzten wir uns besonders mit den Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche auseinander. Dazu stieß auch Ivo Gönner, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Ulm, zu uns. Gemeinsam mit unserer Mitschwester Annette Fleischhauer und unserem Mitbruder Pater Peter Dusicka stellte er sich den Fragen der Podiumsmoderatorin Inge Sauren. Der Umgang mit Geflüchteten und die schwindende Bedeutung der Kirche in unserer Gesellschaft sowie ihr Verlust als moralische Instanz waren zentrale Themen der Diskussion. Uns wurde deutlich, dass wir als "kreative Minderheit" dazu herausgefordert sind, klar Position zu beziehen, Brücken zu schlagen und in all dem die Freude des Evangeliums, die uns selbst erfüllt, ins Spiel zu bringen.

Nach all diesen Berichten und Anregungen brannte die Frage, wie wir als Gemeinschaft im Aufbruch in den nächsten Jahren unseren ganz spezifischen Beitrag in Kirche und Gesellschaft leisten können? Und, welche Prioritäten wir dabei setzen möchten? Mithilfe unserer Kapitelsmoderatorin Sr. Ruth-Maria Stamborski (Missionsschwester vom Heiligsten Erlöser), durch Phasen in Kleingruppen, die immer wieder in Diskussionen im Plenum mündeten, zeichneten sich bald klare Linien ab und wurde eine Einheit deutlich, die uns selbst verblüffte. Zu unseren ganz großen Anliegen gehören zum Beispiel: eine pastorale Ausrichtung, die Soziales, Frauen und die Option für die Armen besonders berücksichtigt, geflüchtete Menschen, besonders die Frauen und Menschen in Not, im Blick zu haben und mit ihnen Integration zu gestalten sowie eine klare Option für Europa.

Zurück im Alltag gilt es nun, diese Schwerpunkte mit Leben zu füllen und überall dort, wo wir sind, als "Dienerinnen des Heiligen Geistes" in Gesellschaft und Kirche präsent zu sein und mitzugestalten.