„Bei einer Goldenen oder Diamantenen Hochzeitsfeier in der Gemeinde erlaube ich mir immer wieder die Frage: Wissen Sie noch von dem ersten Blick, der ersten Begegnung?“, mit dieser Frage lud Pater Annatham Antony SVD die Jubilarinnen zum Erinnern ein. Erinnern an die Anfänge ihrer langen Reise. „Wisst ihr noch vom ersten Schritt Eurer Berufung? Der erste Gedanke, der erste innere Entscheidungsschritt, der erste Schritt ins Kloster? Wie hat es alles begonnen?“
Begonnen hat die Reise vor 60 Jahren, indem Sr. Edelburge Butz, Sr. Maria Lucie Blessing, Sr. Anna Elisabeth Bammert und Sr. Hildegard Ossege auf den Ruf Gottes antworteten. Sechs Jahrzehnte später wurde dieses Ja in der Kapelle der Steyler Missionsschwestern in Laupheim gemeinsam mit Angehörigen, Freund*innen, Mitschwestern und Wegbegleiter*innen gewürdigt.
Bereits in ihrer Begrüßung hob Provinzleiterin Sr. Anna-Maria Kofler hervor, was dieses Jubiläum ausmacht: „Einen Tag der Freude und des Dankes feiern wir heute: Freude und Dank für viele Jahre gelebter Treue im missionarischen Ordensleben.“ Die vier Jubilarinnen hätten die Freundschaft mit Jesus Christus „über einen so langen Zeitraum hinweg in allen Höhen und Tiefen des Lebens gesucht und bewahrt“ – ein „wunderbares Zeugnis für uns und in diese Welt hinein“.
Ihre Lebenswege führten die Schwestern an unterschiedliche Orte und in vielfältige Aufgaben: nach Deutschland, in die Niederlande und nach Argentinien, in die Krankenpflege, die Hauswirtschaft, in Kindergärten, Schulen, pastorale Dienste und Leitungsaufgaben. Doch wichtiger als die äußeren Stationen sei die innere Haltung gewesen, betonte Pater Annatham Antony: „Nicht zuerst Aktivismus, nicht Leistung, nicht äußere Wirksamkeit, sondern Verbundenheit mit Christus. Aus diesem Bleiben wächst Frucht.“
Das Wort Jesu aus dem Johannesevangelium „Bleibt in mir“ zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Pater Annatham erinnerte daran, dass die vergangenen 60 Jahre „ein Weg des Ankommens, des Bleibens, des Hörens, des Daseins für andere – und vor allem ein Weg der Treue zu Gott“ gewesen seien. Die Früchte dieses Lebens zeigten sich in Begegnungen, die Menschen aufrichteten und stärkten, in Gemeinschaft, die Hoffnung schenkte, und in einem Glauben, der auch heute noch ausstrahlt.
So wurde das Jubiläum nicht nur zu einem Rückblick auf Vergangenes, sondern zu einem Zeichen der Hoffnung. „Euer Leben sagt uns: Berufung ist möglich. Treue ist möglich. Frucht ist möglich. Und Freude ist möglich“, sagte der Steyler Mitbruder den Jubilarinnen zu.
Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst durch den "Singkreis Laupheim" Am Ende des Gottesdienstes stand der Dank der Gemeinschaft für das Lebens- und Glaubenszeugnis der vier Schwestern, den Kommunitätsleiterin Sr. Luzia Schmuki aussprach. Sr. Luzia lud die Festgemeinde ins neu eröffnete Restaurant „Schwester Carla“ ein, wo weitergefeier wurde.
Und vielleicht bewegte viele Gäste noch einmal jene Frage vom Beginn des Festes: Wie alles angefangen hat. Die Antwort darauf war an diesem Tag auf besondere Weise spürbar – in vier Lebensgeschichten, die zeigen, dass ein mutiges Ja zu Gott über Jahrzehnte hinweg Frucht bringen kann.
Steffi Mager