"Dankt Gott, unserem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!" (Eph 5,20) "Der Epheserbrief ist ein überschwänglicher Ausdruck der Freude über die Berufung zum Christsein."Das schreiben Franz Kogler und Reinhard Stiksel im Vorwort zum Brief an die Epheser im "Neuen Testament", übertragen in die Sprache unserer Zeit. Der Apostel Paulus fordert die Gemeinde in Ephesus zu ständigem Dank auf.
Wir sind eingeladen, jederzeit Gott, unserem Vater, zu danken. Unser Herz soll von Dank erfüllt sein, unser Mund und Gebet sollen davon sprechen. Es soll keine Zeiten und Situationen geben, in denen wir undankbar, voller Vorwürfe oder Ablehnung sind. Jederzeit haben wir Grund, Gott für alles, was er uns gibt, zu danken.
Der Schrifttext spricht auch davon, dass wir Gott überall danken sollen. Kein Ort und keine Zeit sollen unpassend sein, Gott unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. Dafür braucht es keine Kirche, keinen Gebetsraum und keinen besonderen Gebetstext. Es gibt noch eine dritte Forderung an uns: Nämlich Gott, unserem Vater, für alles zu danken. Es gibt so viel Schönes zu sehen und zu hören, soviel Köstliches zu schmecken und soviel Wunderbares zu berühren, was uns drängt, Gott zu danken.
Aber können wir uns für alles bedanken? Ich denke an den Krieg in der Ukraine, im Iran und im Sudan. Für die Ermordung schwangerer Frauen und spielender Kinder? Können wir Gott danken, wenn bei illegalen Autorennen unschuldige Menschen sterben? Sind Folter und Missbrauch ein Grund, Gott zu danken? Es ist schon viel, wenn wir nicht auf Rache und Vergeltung sinnen, es Peinigern nicht heimzahlen wollen, ihnen vergeben möchten! Es ist sehr viel, wenn wir Gott dafür nicht anklagen, ihm keine Vorwürfe machen, uns von ihm nicht abwenden. Aber dafür zu danken? ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS