Vor Kurzem traf ich die Frau eines Ehrenamtlichen, der einst an demselben Ort gearbeitet hatte, an dem auch ich tätig war. Unser Gespräch hinterließ einen tiefen Eindruck bei mir.
Mit großer Dankbarkeit sprach sie über die Möglichkeit, die ihrem Mann durch die ehrenamtliche Arbeit gegeben worden war. Nach einem schweren Arbeitsunfall, bei dem er sein Gehör verloren hatte, konnte er seinen früheren Beruf nicht mehr ausüben. Es war ein schmerzhafter Wendepunkt in seinem Leben, voller Verlust und Unsicherheit.
Doch die Aufnahme in eine neue Umgebung veränderte alles. Sie sagte zu mir: „Danke, dass Sie meinem Mann einen Ort gegeben haben, an dem er seine Tage mit etwas Sinnvollem verbringen kann.“
Dort fühlte er sich akzeptiert und geschätzt und konnte sich frei entfalten, indem er seine noch vorhandenen Fähigkeiten einbrachte. Es gab keinen Druck, nur Vertrauen. Das machte den Unterschied.
Was mich noch mehr berührte, war das, was danach kam: Mit einem neuen Gefühl der Zugehörigkeit und Sinnhaftigkeit begann ihr Mann, selbst Initiative zu ergreifen. Er hat angefangen, sich auch anderswo ehrenamtlich zu engagieren, nicht weil ihn jemand darum gebeten hat, sondern weil er den Wunsch hatte, sich einzubringen.
Er braucht keine Ermutigung oder Überredung mehr. Die einfache Erfahrung, akzeptiert und geschätzt zu werden, hat in ihm einen Funken entfacht. Manchmal kann schon die kleinste Geste der Begrüßung das Selbstvertrauen, die Würde und sogar die Freude wiederherstellen. Im Licht des Glaubens erinnert uns dies daran, dass wir das Herz Christi widerspiegeln, wenn wir andere so annehmen, wie sie sind.
„Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zur Ehre Gottes.“ (Römer 15,7)
Sr. Lili Purwanti SSpS, Niederländische Provinz
Im Monat der Weltmission erzählen Schwestern aus verschiedenen Provinzen und Regionen Europas, was sie als Pilgerinnen der Hoffnung erleben. Was ihnen Hoffnung macht und woraus sie Hoffnung schöpfen. Weitere Berichte folgen.