Noviziat - ein spirituelles Abenteuer

Unsere Novizin Anne-Sophie blickt dankbar auf ihre Zeit in Dublin zurück. Es gab Höhen und Tiefen, wie im immer im Leben. Am Ende überwiegt die Gewissheit, dass es eine gute und bereichernde Zeit war, auf die sie nun aufbauen kann.

Die Kommunität in Dublin - Schwestern und Novizinnen, vorne rechts: Anne-Sophie

„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe (…) und darf nicht ewig dauern.“ So fängt das Gedicht „Die Stufen“ von Herman Hesse an. Ein Gedicht, das mich am Anfang des Noviziates getragen hat, und das mich jetzt wahrscheinlich wieder tragen wird! Denn ja, das Ende des Noviziates steht vor der Tür. Jetzt ist die Zeit der Abschiede gekommen. Gerade bereiten wir uns ganz praktisch auf unsere eigene Rückkehr „in die Welt“ als quasi-Schwestern vor.

„Quasi“, denn für Drei von uns fängt das offizielle „Schwesternsein“ mit der Ablegung der drei Gelübde - dem Gelübde der Armut als ein „Loslassen“, der Keuschheit als ein „Freilassen“ und des Gehorsams als ein „Zulassen“ - Ende Januar 2026 an. Für Zwei von uns geht die Reise Anfang Januar wieder zurück nach Dublin. Beide brauchen noch Zeit für ihre Entscheidung. Damit werden wir als Fünfergruppe bald getrennte Wege gehen.

Sehr dankbar schaue ich auf mein Noviziat zurück. Ein spirituelles Abenteuer, das schwer in Worte zu fassen ist. Ein Blind-Date mit Gott. Eine Zeit der intensiven Gemeinschaft mit anderen Gott-Sucherinnen (meine Mitnovizinnen und unsere Mitschwestern) und Gott-Suchenden (alle andere Menschen, die uns auf dieser Reise begegnet sind – und glaubt mir, es waren viele!). Es gab Höhen und Tiefen, wie in jedem Leben auch! Es gab viel Neues. Neue Begegnungen, neue Erfahrungen, neue Situationen, neue Menschen. Manche Sachen haben sich vertieft. Manche anderen haben sich verwandelt. Alle haben mich irgendwie verändert.

Ich habe viel über andere Menschen, über die Kirche, über Irland, über Ordensleben, über Gott und über mich selber entdeckt. Aber es hört jetzt nicht auf! Dankbar bin ich, dass das Ende des Noviziates erst der Anfang einer Reise ist, die mein Leben lang dauern wird. Nämlich die Reise des bedingungslosen Geliebt-Werdens und des Liebens. Ein Referent hat die Bibel so zusammengefasst: LOVED BY GOD. Drei Worte, die alles sagen. Drei Worte, die mein Leben jetzt bestimmen. Drei Worte, die auch für Dich gelten.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, so geht das Gedicht von Herman Hesse weiter. Der Zauber des Neuanfangs. Vielleicht eine Einladung an Dich, Dich auf den Weg mit Gott zu machen? 

Anne-Sophie, Novizin

Die Noviziatsgruppe zusammen mit Schwestern aus der Kommunität Dublin bei einem gemeinsamen Ausflug.
Bei einem Ausflug nach Donamon mit Sr. Luzia Schmuki (3.v.l.).
Gemeinsam Weihnachten feiern.