Wir haben das alle erfahren: von irgendwoher angekommen zu sein. Ein Entschluss muss vorangegangen sein, sich auf den Weg zu machen, um ein gestecktes Ziel zu erreichen. Und der Weg, vielleicht lang und beschwerlich, liegt vor dieser Ankunft; eine Reise, wohl geplant oder von Zwischenfällen geplagt und fast entgleist, hat uns doch ans Ziel geführt. Da klingt Erleichterung mit, etwas ist geschafft, man hat einen Weg hinter sich gebracht.
Advent-Ankunft: Was wir im kleinen, menschlichen Leben erfahren, davon spricht die Heilsgeschichte – und wir erinnern uns im Rahmen des kirchlichen Jahreskreises an die lange Wegstrecke. Wir können an die vielen tausend Jahre der Menschheit denken, die immer unterwegs war, ihrem Gott entgegen zu leben. Wir können das Wunder der Ankunft Christi bedenken, und jedes Jahr die Hoffnung und Sehnsucht erneuern, Gottes Ankunft unter uns besser zu erkennen, sie uns gläubig zu Herzen zu nehmen, und den Verheißenen und Erhofften freudig aufzunehmen.
Gott ist immer unterwegs zu uns. Und er macht seine Ankunft bemerkbar, sucht unsere Bereitschaft, ihn als Gast und Freund aufzunehmen. Aber wie freudig und begeistert sind wir, wenn sein Kommen uns herausfordert, wenn wir etwas ändern müssten in unserm Leben, in unseren Ansichten, Urteilen, Plänen, um ihm zu begegnen und aufzunehmen?
Wir werden herausgefordert von seiner Herbergssuche. Wie aufnahmefähig sind wir? Wem wollen wir die Tür nicht öffnen? Wem verweigern wir die „Ankunft”?
Ankunft des Herrn – das können wir jetzt weiterdenken: Wer ist der Herr, wie kommt er zu uns, und wie muss mein Leben und Denken sich ändern, um an diesem Weihnachtsereignis teilzuhaben – Gott mit uns?
Sr. Agathe Bramkamp SSpS