Geselliges Mutter Maria Fest in Steyl

Am 28. November feiern die Steyler Schwestern weltweit den Gedenktag der seligen Maria Helena Stollenwerk, Mutter Maria. Ihr lebenszugewandter Blick tut auch heute noch gut, wie Sr. Antonia Schmid berichtet.

Ein lebenszugewandter Blick

In unserer Mutterhauskirche im Herz-Jesu-Kloster Steyl war das Bildnis der seligen Schwester Maria Helena Stollenwerk liebevoll vor dem Altar aufgestellt. Mit diesem Zeichen der Nähe unserer „Mutter Maria“ begann der gemeinsame Gottesdienst, den wir zusammen mit den Gästen und unserem Mitbruder P. Franz-Josef Janicki SVD anlässlich des Festes begingen.

Mit folgenden Gedanken leitete P. Janicki die Feier ein: „Heilige und Selige sind uns an ihren Fest- oder Gedenktagen in besonderer Weise nahe. Davon sind wir überzeugt. Wir können uns diese Nähe auf unterschiedliche Weise bewusst machen. Ihre Bilder, Fotos oder Gemälde dienen diesem Zweck. Das Bild der seligen Helena Stollenwerk lädt vor allem durch ihren tiefen, lebendigen, dem Leben zugewandten Blick zur Kommunikation mit ihr und ihrer Spiritualität ein. Wir können dies vis-à-vis, face to face, von Angesicht zu Angesicht tun. Bei ihrem Blick können wir sicher sein, dass er uns guttut und jede und jeden zur Begegnung mit ihr und ihrer Lebenssicht einlädt. Das hat seinen Grund: Ihr Blick – ob von vorn oder von der Seite – ist erfüllt von der großen Lebenskraft des überwältigenden Sehenden und Schauenden, den die Bibel Gott nennt. Und dieser Gott ist ein Liebhaber des Lebens und seines Gelingens.“

Nach der Eucharistiefeier führte uns der Weg in die Seitenkapelle, wo wir am Sarkophag der Seligen einige Augenblicke verweilten. Dort beteten und sangen wir miteinander und ließen ihre Gegenwart in besonderer Weise auf uns wirken. Beim anschließenden leckeren und geselligen Abendessen wurde, die von P. Janicki betonte „von Angesicht zu Angesicht, face to face, auch vis-à-vis“ einladende Kommunikation im Blick und Wort auf besondere Weise erfahrbar. Frohe Gesichter, wie einige in der Fotostrecke zu sehen sind, prägten die Atmosphäre, und lebendige Gespräche verbanden alle Anwesenden miteinander.

Unter den Gästen waren auch die Vorstandsmitglieder des Komitees der Passionsspiele von Tegelen, die unsere Mutter Maria nach ihrer Seligsprechung als Schirmherrin auserkoren haben. Begeistert sprach der Vorsitzende Jos Teeuwen – inspiriert durch den Impuls von P. Janicki im Bezug auf Blick, Begegnung und Kommunikation – von der Umsetzung der Lebensgeschichte Jesu bei den kommenden Passionsspielen 2026. Ein herzliches Willkommen zu den Passionsspielen galt ebenso unseren Mitbrüdern von St. Michael und allen anwesenden Schwestern des Hauses.

Es sind oft die unscheinbaren Augenblicke, die uns miteinander verbinden: ein Blick, der Vertrauen schenkt, ein Moment des Innehaltens, eine Begegnung, die Herz und Geist öffnet. In einer Welt, die von Geschwindigkeit und Oberflächlichkeit geprägt ist, brauchen wir diese tieferen Wahrnehmungen mehr denn je. Und um wieviel mehr ist Gottes Blick auf uns Menschen von unendlicher Liebe und Fürsorge geprägt – ER sieht uns nicht mit Strenge, sondern mit einem Herzen, das Leben schenkt und Hoffnung weckt. Durch diesen liebevollen Blick begegnet Gott uns zutiefst und tritt mit uns in eine innige, lebendige Kommunikation. So oder ähnlich hat „Mutter Maria“ wohl den „Blick“ Gottes erfahren.

In diesem Sinne sind uns der lebenszugewandte Blick und die Einladung zur tieferen Kommunikation mit der Lebenssicht unserer seligen Maria Helena Stollenwerk zum dankbaren Impuls für die direkt anschließende Adventszeit 2025 geworden.

Text und Fotos: Sr. Antonia Schmid SSpS

 

P. Franz-Josef Janicki SVD trägt eine Stola mit dem Bild der Seligen
Inschrift auf dem Sarkophag
Beten, Singen und Verweilen am Sarkophag
Sr. Odila Bremers und Jos Teeuwen, Vorsitzender der Passionsspiele von Tegelen
Sr. Margret Keuck und Donna Doesborgh
P. Jürgen Ommerborn SVD, Sr. Maria Cristina Avalos und Donald Ferreira (v.l.)
Pfarrer Antony Anu aus Tegelen und Sr. Agathe Bramkamp
P. Dennis Manzana SVD und Sr. Mariana Bornschlägl
Sr. Maria Elisabeth Hemkemeier und Br. Heinz Helf SVD