Sr. Gerhardine Pütter, Sr. Avellina Grafe, Sr. Laetitia Casser, Sr. Tarcisia Hunhoff und Sr. Aloysita Göcking hatten 1958 zum ersten Mal als Dienerin des Heiligen Geistes ihr Leben Gott geweiht und durften nun dankbar und mit großer Freude auf 65 Jahre im Dienst des Herrn zurückschauen.
P. Vaclav Mucha SVD, der der festlichen Jubiläumsfeier vorstand, hatte jeder Jubilarin eine Luftpflanze mitgebracht. Luftpflanzen leben ohne Wurzeln. Sie könnten – so P. Mucha in seiner Predigt – uns anregen, darüber nachzudenken, wo wir unsere Wurzeln haben: in unserer Heimat, unserer Muttersprache, unserer Kirche, unserer Ordensgemeinschaft, aber auch in unserer Denkweise oder Philosophie. Aber: Mit tiefen Wurzeln bleibe man unflexibel. Dann werde es sehr schmerzhaft, Muttersprache, Heimat, Freund*innen und Familie zu verlassen, wie wir es als Missionarinnen und Missionare tun, führte P. Mucha weiter aus. Aber spannend sei es, offen zu sein für etwas Anderes. Fundamentalismus halte an Wurzeln fest. Luftpflanzen lebten von Liebe und einer guten feuchten Luft. Übertragen auf uns als Missionarinnen bedeute dies: Die Liebe sei Gott selbst und die Luft der Heilige Geist. Dann seien wir am besten in Gott und dem Heiligen Geist verwurzelt. Und wer in Gott und dem Heiligen Geist verwurzelt sei, könne nicht fundamentalistisch denken, könne andere akzeptieren, der sei locker, flexibel, sei fähig umzudenken, voller Lebensfreude, der habe sein Leben auf einen Felsen gebaut, wie es im Evangelium des Festtages ausgedrückt werde.
Im weiteren Verlauf des Tages genossen die Jubilarinnen die Gemeinschaft mit ihren Gästen und Mitschwestern bei gemeinsamen festlichen Mahlzeiten und bei kurzen Spaziergängen in den Klostergärten. „Glücklich erschöpft“ stimmten am Abend alle in das Lied ein: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, der dürfte nie vergehen!“
Sr. Stefanie Hall