Während unserer Vorbereitung auf unser MaZ-Jahr meinte eine ehemalige MaZ zu mir, dass sie nach dem Blockseminar, also dem Endseminar vor der Ausreise, das Gefühl hatte, dass das MaZ-Programm sich für sie auch gelohnt hätte, wenn sie gar nicht ins Ausland gegangen wäre.
Ein paradoxer Gedanke, da die Vorbereitung ja eigentlich „nur“ Mittel zum Zweck ist, damit wir dann ins Ausland ausreisen können. Doch die insgesamt 35 Tage, die die Vorbereitungsseminare, Mitlebe-Zeit und das Pfingstfest beinhalten, sind eben viel mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Jetzt wo auch ich am Ende dieser Zeit angelangt bin, kann ich die Aussage der MaZ nur bestätigen.
Aber was macht diese Vorbereitung und vor allem unser zehntägiges Blockseminar so bereichernd? „Block“ bedeutet laut dem Duden ein fester Klotz, ein zusammenhängendes Gebäude oder Papierbündel sowie eine Gruppe von Verbündeten.
Und dieses Blockseminar war alles davon: Es war ein fester Klotz an Inhalt, der manchmal schwerer und manchmal leichter erschien, aber immer dicht. So befassten wir uns mit Kolonialismus spezifisch auch mit dem in Südamerika, wir redeten mit dem Rassismusbeauftragten Austen über unsere Prägung, die so viel mehr Rassismus beinhaltet, als wir gerne zugeben. Auch Konflikte und den Umgang mit diesen, sowie unsere eigene und die fremden Kulturen wurden zum Thema. Die beiden MaZ-Verantwortlichen Sr. Maria Müller und Magdalena Beier beantworteten geduldig unsere diversen Fragen zur Packliste, der medizinischen Versorgung und ob wirklich alle Sachen auf den Philippinen verschimmeln: „Wirklich?! Auch Birkenstock?“.
Diese zehn Tage waren aber auch ein zusammenhängendes Gebäude, einmal räumlich, da das Steyler Kloster sehr groß, aber überall verbunden ist, aber auch im übertragenen Sinn: Wir bauten aus diesem ganzen Input ein Konstrukt, eine Vorstellung darüber auf, was uns wohl in der Fremde erwarten würde, hier legten wir unsere Grundsteine. Das zusammenhängende Papierbündel begegnete uns in Form vieler wichtiger Dokumente und Listen, die wir natürlich immer sofort gut verstauten und niemals im Seminarraum liegen ließen…
Und zu guter Letzt „eine Gruppe von Verbündeten“, die wir in unseren Mit-MAZ begegneten, aber auch in Maria und Magdalena und in den Schwestern, die uns mit ihren Gebeten unterstützen. MaZ bedeutet Mit-Leben, Mit-Beten und Mit-Arbeiten, aber nicht erst im Ausland, sondern schon hier in Deutschland: Wir lebten mit den anderen MaZ (meist auf engem Raum) zusammen, wir beteten morgens und abends miteinander und wir arbeiteten zusammen, inhaltlich, aber auch in der Küche, beim Putzen und Aufräumen.
Eine MaZ sein beginnt nicht im Ausland, sondern während und mit unserer Vorbereitung.
MaZ Frida