Eine Darstellung der Dreifaltigkeit in der Kapelle

Meditation zum Dreifaltigkeitsmosaik berührte viele Menschen

Zu einer besonderen Meditation über das Dreifaltigkeitsmosaik in der neugestalteten Kapelle des Seniorenheims von IllerSenio hatte Sr. Dorothee Laufenberg eingeladen. Rund 40 Minuten lang führte sie die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses, die Schwestern sowie die Mitglieder der MHGG durch die Symbolsprache des eindrucksvollen Kunstwerks.

Im Mittelpunkt stand das Mosaik der Steyler Missionsschwester, das die Künstlerin Sr. Serviane Wollseifen (1914–1971) ursprünglich für die Kirche des Dreifaltigkeitsklosters geschaffen hatte. Mit seinen vielschichtigen Symbolen lädt es dazu ein, über das Geheimnis des dreifaltigen Gottes nachzudenken.

Sr. Dorothee erläuterte die einzelnen Bildzeichen und ihre Bedeutung. So steht der Kreis für die Vollkommenheit Gottes: „Ohne Anfang und Ende umschließt er die größtmögliche Fülle und bildet eine in sich vollkommene Einheit.“ Gleichzeitig erinnert er an die Erde und daran, dass Gott „sich in diese konkrete Welt hineinbegeben“ hat und in ihr wirkt.

Besonders eindrucksvoll ist das Auge als Symbol Gottes, des Vaters. Es verweist auf den „allsehenden, allwissenden, allgegenwärtigen und allgütigen Gott“, von dem Licht und Gnade ausgehen. Das Kreuz in der Mitte des Mosaiks steht für Jesus Christus. Es „durchbricht den Kreis der Gottheit“ und macht sichtbar, dass Gott Mensch geworden ist und sich den Menschen zugewandt hat. Die angedeuteten Wundmale erinnern daran, dass dieser Gott „alle Not dieser Menschheit und Welt kennt und barmherzig und solidarisch mitträgt“.

Die Taube schließlich verweist auf den Heiligen Geist. Sie ist Sinnbild für die „dynamische, grenzenlose Liebe Gottes, die die Welt durchdringt“. Mit ihren weit ausgebreiteten Flügeln steht sie für die Kraft des Geistes, die Menschen bewegt und Hoffnung schenkt.

Immer wieder verband Sr. Dorothee die Bildbetrachtung mit biblischen Worten und geistlichen Impulsen. Dabei wurde deutlich: Gott ist zwar nicht unmittelbar sichtbar, doch seine Gegenwart lässt sich im Leben erfahren.

Die Teilnehmenden erlebten die Meditation als bereichernd und inspirierend. Die große Resonanz – die Kapelle war bis auf den letzten Platz gefüllt – und die spürbare Aufmerksamkeit während der Veranstaltung zeigten, wie sehr die Beschäftigung mit Kunst und Glauben Menschen auch heute noch berühren und verbinden kann.

Steffi Mager