Aus allen Himmelsrichtungen trudelte am Mittwoch vor Fronleichnam unser Team am Stand auf der Kirchenmeile ein. Die vielen Hände packten schnell mit an und wir freuten uns, dass die Ideen, die vorher nur im Kopf oder auf dem Papier waren, nun in die Tat umgesetzt werden konnten.
Nach dem feierlichen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt vor der Würzburger Residenz eröffneten die Stände auf der Kirchenmeile. Unser mutmachendes Popcorn verströmte einen herrlichen Duft und nicht nur die kleinsten Besucher*innen freuten sich über den frischen Snack, den man an unserem Glücksrad gewinnen konnte. Generell war das Glücksrad eine sehr gute Anlaufstelle, um Begegnungen zu fördern. Und fast alle bewiesen wirklich Mut: Die neunjährige Mirjam hatte als Aufgabe bekommen, das ganze Zelt zum Singen zu bringen. Sie wünschte sich das Lied „Aufstehen, aufeinander zugehen“ und das ganze Zelt sang begeistert mit. Auf unser Mut-Mach-Bank erzählten sich Schwestern und Besucher*innen von ihren mutigen Erlebnissen und der Postkartenständer, mit unseren Angeboten und den eigens für den Katholikentag erstellten Mut-Postkarten, musste mehrfach aufgefüllt werden.
Positiv überrascht waren wir über die vielen Familien, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die auf der Kirchenmeile und auch in den Podien und Workshops unterwegs waren und so das Bild des Katholikentags prägten. Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten wir unsere Freiwilligendienste vorstellen und hatten viele gute Gespräche.
Als besonderen Gast durften wir an unserem Stand Maria Janssen, die Großgroßnichte unseres Ordensgründers Arnold Janssen, begrüßen. Wir tauschen uns mit ihr rege darüber aus, wie und wo wir Missionsschwestern uns in Deutschland und weltweit engagieren.
Sr. Maria Müller und Sr. Michaela Leifgen waren nicht nur an unserem Stand im Einsatz, sondern auch beim Ökumenischen Kloster im Stadtzentrum von Würzburg. Sr. Michaela empfing gemeinsam mit Mitbrüdern anderer Ordensgemeinschaften die Besucher*innen und sprach über das Engagement der Ordensgemeinschaften in Deutschland. Sr. Maria lud gemeinsam mit Dr. Siegfried Grillmeyer zum Talk „Steh auf – damit Hass und Hetze nicht gewinnen“ ein. Die 16 Teilnehmenden erzählten, wo sie schon einmal mutig aufgestanden sind und wo sie gerne den Mut gehabt hätten, einzugreifen. In den 90 Minuten fand ein guter Austausch statt. Sr. Alicja Piszczek war am Stand von „acat“, einer ökumenischen Menschenrechtsorganisation, aktiv. Schon seit vielen Jahren setzt sich Sr. Alicja hier für eine Welt ohne Folter ein.
Die Ordensgemeinschaften, Hilfswerke, Menschenrechtsorganisationen und auch die Bistümer waren in Würzburg dicht beisammen, so dass die kurzen Wege dazu einluden, sich auch gegenseitig zu besuchen. So konnten wir der Einladung von Adveniat folgen, die mutige Frauen für ein Kickerturnier brauchten. Sr. Bettina Rupp und Jana, die das Freiwillige Ordensjahr bei uns in Frankfurt macht, traten für uns am Kickertisch an und siegten am Ende sogar.
Tagsüber verflog die Zeit am Stand und in der Stadt. Abends kamen wir in unserem Zelt zusammen, warfen den kleinen Tischgrill an und genossen die Gemeinschaft im Team. Einige zogen danach zu den größeren Konzerten in die Stadt, andere machten sich müde auf den Heimweg in ihre Quartiere. Doch ganz egal, zu welcher Gruppe man gehörte, am Ende der fünf Tage blieb die Erkenntnis, dass es bereichernde und mutmachende Tage waren, von denen alle noch gerne erzählen werden.
Steffi Mager