Die strahlende Sonne und die tagsüber leuchtenden Farben der sich langsam färbenden Bäume, Sträucher und noch blühenden Sonnenblumen verzaubern mich genauso, wie der Nebel am Morgen über der Landschaft in Blickrichtung Fröndenberg. Jetzt ist die Zeit, die warmen Farben des Spätsommers einfach mitzunehmen, so wie Sr. Maria Huberta Kaufmann die fantastischen Äpfel aus unserem Garten in den Vorratsraum mitnimmt.
Mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sortiert sie Apfel für Apfel und legt diese behutsam in die vorbereiteten Kisten und Holzstellagen. Nach und nach, gut abgelagert, bringt Sr. Maria Huberta dann die leckeren, heimischen Äpfel auf unsere Tische. Wenn ich dann noch Mitschwestern und Mitarbeiter beim Äpfel pflücken antreffe, macht mich das einfach glücklich! Im Juli haben wir mit den köstlichen Klaräpfeln die Ernte begonnen; die Sorte Boskop ist die letzte die gepflückt wird.
Es ist bekannt, dass unserem Ordensgründer Arnold Janssen die Klostergärten am Herzen lagen. Arnold Janssen nannte die Natur laut früheren Aufzeichnungen „die natürliche Stadt Gottes, gebildet von der Hand des Ewigen, auf dass die Menschen, seine Kinder, darin wohnen mögen.“ Dieser Satz bestätigte sich für mich im Workshop „Eco-Spirituality“ von Sr. Cecilia D`Souza SSpS am 11.09.2023 mit dem Wissen um unseren Garten.
So eine „natürliche Stadt Gottes“ ist für meine Mitschwestern und mich die Gartenanlage im Heilig-Geist-Kloster in Wimbern. Der gesamte Garten ist ein Zentrum der Freude, Ruhe und Besinnung. In diesem Jahr ist uns eine Überfülle an geschmackvollen Äpfeln, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und vielen leuchtenden Dahlien und Sonnenblumen geschenkt.
Da im Frühjahr keine Fruchtausdünnung vorgenommen wurde, hängen einige Apfelbäume prallvoll mit Äpfeln, jedoch droht keiner unter der Last zusammenzubrechen! Im Gegenteil „sie tragen Frucht noch im Alter“ wie es in Psalm 92,15 heißt.
Der ursprüngliche Garten (seit 1961) des Heilig-Geist-Klosters diente vorrangig der Ernährung der Schwestern, der Schülerinnen und Patienten*innen des Herz-Mariä-Krankenhauses. In den Jahren 1988/1989 wurde die Gartenanlage umgebaut. Derzeit bekommt besonders die hervorragend angelegte Apfelplantage, welche im Garten 120 Apfelbäume aufweist und außerhalb nochmals 23 Bäume an Bestand hat, ihre höchste Aufmerksamkeit.
Sr. Samuella Assmann erinnert sich, dass Gärtnermeister Br. Günter Klees SVD (+07.11.2000) einen „Apfelkalender“ gepflanzt habe, damit die Schwestern jeden Monat Äpfel aus dem eigenen Garten auf dem Tisch haben.
Gar lecker und knackig beginnt das Frühstück bei uns deshalb oft gleich,
mit einem Apfel an Geschmack und Vitaminen sehr reich.
Des Apfels Aroma und sein Geist
werden nicht nur roh verspeist!
Es gibt Rezepte mit Äpfeln beinahe ohne Ende,
sogar in der Pfanne die Äpfel ich wende!!!
Mit karamellisierten Äpfeln in der Pfanne, ein wenig Teig darüber aus Mehl, Joghurt, Zimt-Zucker, Öl, frischem Ei von Hühnern ganz echt,
schmeckt das so gut wie Kaiserschmarren mit Äpfeln aus Adelsgeschlecht!
Die „pfanntastischen Äpfel“ sind im Kennerkreise - eine auserlesene Speise!
Doch das Besondere in diesem Gericht sind die Äpfel, oder meinst Du nicht???
Ja, unsere fantastischen Äpfel sind in jeder Hinsicht auch „pfanntastisch!“
Text und Fotos: Sr. Antonia Schmid