Hannah Monnin von „Wandelwerk“ (externer Link, öffnet in neuem Tab), einem bundesweiten Kolletiv, das sich zum Ziel gesetzt hat, umweltpsychologische Themen von der Theorie in die Praxis zu übertragen, hieß die Gruppe über Zoom willkommen. Die vom Alter her bunt gemischte Gruppe einte, dass sich alle Teilnehmenden in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren und sich fragen, wie kann ich trotz meines Engagements mich selbst und auch meine Gruppe nicht aus dem Blick verlieren?
Hannah Monnin erklärte in diesem Zusammenhang das „Activist-Burnout-Dilemma“ anhand des Engagements für die Klimabewegung. Viele Menschen fühlen eine tiefgreifende Verantwortung für den Klimaschutz, gleichzeitig eine Wut, weil zu wenig getan wird und man sich selbst vielleicht dafür aufopfert. Manchmal sogar das Gefühl „Wenn ich jetzt aufhöre, bricht in meiner Gruppe vor Ort alles zusammen“. Um dann nicht in eine negative Spirale zu rutschen, braucht es gute Strategien.
Solche Strategien stellte die Referentin vor. In zwei Austauschrunden in Zweiergruppen sprachen wir darüber, was die eigenen Strategien sind und welche wir vielleicht auch schon anwenden. Positives Bestärken oder sogenannte „Applausrunden“ und sich bewusst daran zu erinnern, warum man sich engagiert, können sehr hilfreich sein. Besonders im Kopf blieb der Hinweis, dass Wut auch als transformative Kraft genutzt werden kann.
Das Erlernen von Resilienz in der heutigen Zeit sei ungemein wichtig, sagte Hannah Monnin. Als Definition erklärte sie, dass Resilienz die Widerstandsfähigkeit eines Individuums bezeichnet, sich trotz ungünstiger Lebensumstände und kritischer Lebensereignisse erfolgreich zu entwickeln. Faktoren, die eine gute Resilienz fördern, sind – bezogen auf Gruppen – zum Beispiel, dass zu einer angenehmen Teamatmosphäre ein guter Umgang mit Emotionen und Konflikten nötig ist, es genügend Pausen, Reflexion und Raum für Momente des Feierns und Freuens geben sollte.
Es war ein rundum gelungener Themenabend, an dem die Zeit im Nu vorbei war und alle mit neuen oder neu bewusst gemachten Strategien die Bildschirme verließen.
Steffi Mager