Viele der Teilnehmenden reisten unter anderem aus Portugal, Italien, England, Belgien, den Niederlanden und Deutschland an. Zugleich brachten sie familiäre und persönliche Verbindungen zu Ländern wie Brasilien, Venezuela, Chile, Timor-Leste und Uganda mit. Diese internationale und interkulturelle Vielfalt prägte die Atmosphäre des gesamten Camps und passte hervorragend zu dessen Grundidee: Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Lebenswelten zu bauen.
Das Thema „connected“ begleitete uns während der vier Tage auf vielfältige Weise. Da viele Teilnehmende zum ersten Mal in Steyl waren, begann das Camp am Donnerstag mit einer Rallye durch den Ort. Dabei konnten alle das Dorf, seine Geschichte und seine besondere Bedeutung kennenlernen.
Anschließend richtete sich der Blick auf eine ganz persönliche Form der Verbundenheit: unsere Namen. Welche Bedeutung trägt mein Name? Warum wurde er für mich ausgewählt? In kleinen „Base groups“ tauschten wir uns über diese Fragen aus und erfuhren dabei viele überraschende, persönliche und teilweise auch humorvolle Geschichten voneinander.
Am Abend kamen alle am Lagerfeuer zusammen. Bei Stockbrot, Marshmallows, Musik und vielen guten Gesprächen klang der erste Tag in entspannter Atmosphäre aus.
Am Freitag bekamen wir Besuch von Father Meinolf Wacker und einem Team von go4peace. Gemeinsam gestalteten sie einen Workshop zum Thema Frieden. Dabei wurde deutlich: Frieden entsteht nicht von allein, sondern beginnt im Inneren jedes einzelnen Menschen. Im Mittelpunkt standen drei konkrete Schritte. Zunächst, sich im Vertrauen an Gott ausrichten, dem eigenen Herzen Zeit und Stille zu geben und anschließend wieder offen auf andere zuzugehen. Dabei wurde deutlich, dass es manchmal Zeit braucht, bis der eigene Blick wieder frei für den Mitmenschen ist. Aus diesem neu gewonnen Frieden heraus kann schließlich eine kleine Geste der Zuwendung entstehen, zum Beispiel durch eine liebevolle Nachricht.
Damit uns diese Schritte auch über das Camp hinaus begleiten, gestalteten wir sogenannte „Peace reminder“, kleine Holzstelen, die in verschiedenen Sprachen mit den Worten „Peace on earth!“ beklebt wurden. Außerdem erhielten alle Teilnehmenden ein Armband, mit der Aufschrift „Building bridges in europe“ – ein sichtbares Zeichen dafür, dass die während des Camps entstandenen Verbindungen weiterbestehen.
Auch am Abend wurde Gemeinschaft auf besondere Weise erfahrbar. Während der Taizé-Night kamen wir durch gemeinsames Singen, Beten und Innehalten zur Ruhe. Abschließend wurde bei der Summer-Camp-Gartenparty gemeinsam weitergefeiert.
Der Samstag begann mit einem weiteren Workshop. Schwester Jessy aus der Kommunität in Frankfurt näherte sich dem Thema „Connected with Jesus“ auf anschauliche und lebensnahe Weise. Sie verglich die Beziehung zu Jesus mit einer Freundschaft, in der jeder Mensch bedingungslos angenommen und geliebt wird. Wie jede Freundschaft brauche jedoch auch diese Beziehung Aufmerksamkeit und Zeit. Mit einem Augenzwinkern ermutigte sie uns deshalb, Jesus nicht zu „ghosten“. Stattdessen könne man beispielsweise am Morgen einige Minuten Bildschirmzeit abgeben, bewusst Zeit im Gebet verbringen oder gedanklich mit Jesus Kaffee trinken gehen.
Dabei gebe es im Gebet kein festes Richtig oder Falsch. Entscheidend sie vielmehr die Ehrlichkeit: „The strongest prayers are mostly the most honest ones.“ Nicht perfekte Worte, sondern Offenheit und die Bereitschaft zur Begegnung machen die Verbindung zu Jesus lebendig.
Ein weiteres Highlight war die Cultural-Night. Die Teilnehmenden stellten typische Tänze, Lieder und kleine Sketsche aus ihren Ländern und Kulturen vor und luden die anderen zum Mitmachen ein. Vor der Kulisse eines wunderschönen Sonnenuntergangs entstanden durch Musik, Tanz und gemeinsames Lachen viele weitere Verbindungen.
Auch am Sonntag stand das Miteinander im Mittelpunkt. Nach der gemeinsame Messe mit den Steyler Schwestern folgte ein Kennenlernen und Austausch mit den Schwestern des Terziats. Die offenen, herzlichen und vielfältigen Gespräche machten noch einmal deutlich, was das erste in:spirit Summercamp auszeichnete: echte Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kulturen und Perspektiven.
Während der vier Tage zeigte sich, wie viele Wege es gibt, miteinander in Verbindung zu kommen: indem wir offen aufeinander zugehen, persönliche Geschichten teilen, andere Traditionen kennenlernen, miteinander beten, singen, tanzen, feiern.
Durch den intensiven Austausch wuchs die Gruppe schnell zusammen. So viel der Abschied am Sonntagnachmittag entsprechend schwer und die gemeinsame Abschlussrunde wollte kaum ein Ende finden.
Wir sind dankbar, dass so viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern den Weg nach Steyl gefunden haben. Gemeinsam haben sie das erste in:spirit Summercamp zu einem lebendigen Ort der Begegnung, des Glaubens und der Verbundenheit gemacht – und vielleicht tatsächlich ein kleines Stück Geschichte geschrieben.