Siebzehn junge und junggebliebene Bergsteiger*innen machten sich auf den Weg ins Mangfallgebirge südlich des Tegernsees. Getragen von der Sehnsucht nach innerer Weite und Tiefe wurden sie dort von kaiserlichem Wetter empfangen. Die liebevoll gestaltete Anderl-Frey-Hütte, dem Selbstversorgerhaus der Naturfreunde in Sutten, umgeben von einem geschützten Sumpfgebiet, sattgrünen Wiesen und einem Wald, der bereits erste herbstliche Farben zeigte, bot den idealen Rahmen, um sich ganz den täglichen Glaubensübungen hinzugeben.
Für die fünf Tage hatten Magdalena Beier, Sr. Christine Müller und Sr. Bettina Rupp Impulse vorbereitet, die den Teilnehmenden halfen, sich selbst näherzukommen und ins Gebet mit GOTT* einzutauchen. Nach einem stärkenden Frühstück eröffnete ein Morgenimpuls die Wanderungen in Stille. Von da an ging jede und jeder im eigenen Rhythmus – und doch alle gemeinsam. Auf halbem Weg zum Gipfel lud eine Pause dazu ein, sich mit einer Bibelstelle auseinanderzusetzen. Besonders eindrücklich war die Begegnung mit der Geschichte der Frau am Jakobsbrunnen. Ihr tiefer Blick in das Wasser rief vielfältige persönliche Assoziationen hervor und fügte sich wunderbar in das Thema der Exerzitien: „Weit blicken – Tiefe wagen“.
Wie es beim Bergsteigen oft ist, forderte nicht nur der Aufstieg, sondern auch der Abstieg. Doch auch hier begleiteten kurze Impulse in Form von Gedichten oder weiterführenden Gedanken die Gruppe und gaben Kraft für den letzten Abschnitt. Die von Magdalena geplanten Touren führten auf den Stolzenberg, die Bodenschneid und schließlich den Risserkogel. Mit 1826 Metern war er das große Finale und schenkte den tapferen Wandernden weite Ausblicke – ganz im Sinn des Mottos.
In der vielfältigen Gruppe von Teilnehmenden zwischen 20 und 60 Jahren stellte sich rasch eine Atmosphäre des Vertrauens ein. In den abendlichen Reflexionsrunden teilten alle offen ihre Gedanken, Fragen und Hoffnungen. Jede und jeder brachte persönliche Themen mit, suchte Antworten bei GOTT* – und fand in der Gemeinschaft Raum, Unterstützung und Resonanz, diesen Weg zu gehen. Die drei Organisatorinnen boten zudem die Möglichkeit, in Begleitgesprächen das eigene Erleben zu spiegeln und dadurch auch den inneren Dialog weiterzuführen. Der nachmittägliche Kaffee bei der Rückkehr zum Haus, gemeinsam zubereiteten Abendessen und die ein oder andere Runde Kartenspiele im Anschluss sorgten nach den intensiven Wanderungen für eine lockere Stimmung.
Alles in allem fand ich in den Bergexerzitien Anfang September eine wohltuende Weise, den Alltag für einen Moment zu unterbrechen, dabei zu mir und zu GOTT* zu finden und damit Kraft und Sicherheit für die darauffolgende Zeit zu tanken.
Fiona Dorn








