Ein Ordensjubiläum ist immer ein besonderes Fest. Es lädt dazu ein, auf viele Jahrzehnte gelebter Berufung zurückzublicken und Gott für seine Treue zu danken. In diesem Jahr durfte die Gemeinschaft in Laupheim vier Schwestern ehren, die seit 60 beziehungsweise 65 Jahren ihrem Ruf in der Kongregation folgen. Gemeinsam mit Angehörigen, Freunden und Mitschwestern wurde ihr langjähriger Weg der Nachfolge Christi gewürdigt.
Den Auftakt des Festtages bildete ein besonders persönlicher Moment: Noch vor dem Gottesdienst kam Sr. Christine Müller aus dem Provinzleitungsteam, um mit den Jubilarinnen zu singen, zu beten und sie zu segnen. Mit ihren Fähigkeiten, ihrer Kraft und ihrem ganzen Leben haben sich die Schwestern in den Dienst Gottes und der Menschen gestellt.
Das wurde auch im anschließenden Festgottesdienst deutlich: An vielen Orten und in unterschiedlichen Aufgabenbereichen haben die Schwestern gewirkt – unter anderem in Deutschland, Argentinien und auf den Philippinen. Ihr Dienst führte sie in die Krankenpflege, die Hauswirtschaft, in Kindergärten und Schulen. Vor allem aber haben sie durch ihr Beten, ihr Dasein und ihre ganz persönliche Art Gottes Liebe sichtbar werden lassen.
Über die Liebe Gottes sprach auch Prof. Dr. Ludwig Mödl in seiner Predigt auf und stellte die Frage, was diese Liebe Gottes ausmacht und wie sie im Leben sichtbar wird. Dabei erinnerte er daran, dass jeder Mensch von Gott geliebt ist: „Gott blickt liebend auf uns. Er entdeckt in jedem Menschen noch etwas Liebenswertes, er will für jeden das Beste, und er will mit jedem geeint sein.“ Mit Blick auf die Jubilarinnen wurde deutlich, wie diese Liebe über viele Jahrzehnte hinweg Gestalt angenommen hat. In ihrem Dienst für die Menschen haben sie das verwirklicht, was Jesus seinen Freunden aufträgt. Prof. Mödl zitierte die Worte Jesu: „Ihr seid meine Freunde!“ und erläuterte, dass christliche Liebe mehr sei als ein Gefühl. Sie zeige sich in Hingabe und im Dienst am Nächsten. „Liebe darf nie in Worten stecken bleiben, Liebe ist erst konkret existent“, betonte er.
Zu jedem Professjubiläum gehört auch die Erneuerung der Ordensgelübde. Erneut sprachen die Jubilarinnen ihr Ja zu dem Weg, auf den Gott sie gerufen hat. Die dabei entzündeten Kerzen erinnerten daran, dass Christus das Licht ihres Lebens ist und sie selbst für viele Menschen zum Licht geworden sind.
So wurde das Jubiläumsfest nicht nur zu einem Rückblick auf viele Jahre gelebter Treue, sondern auch zu einem Zeugnis dafür, dass Gottes Liebe Menschen trägt und ihr Leben fruchtbar macht. Mit den abschließenden Worten der Predigt konnten die Mitfeiernden auf die Jubilarinnen schauen und zugleich auf das eigene Leben: „Im Letzten geht nichts schief; denn wir sind geliebt.“
Und was wäre ein Fest ohne Festessen und einen würdigen Rahmen?! So lud Kommunitätsleiterin Sr. Luzia Schmuki die Festgemeinde zur Feier in den schön geschmückten Saal ein, wo die Jubilarinnen mit ihren Mitschwestern und Angehörigen noch lange beisammensaßen und feierten.
Steffi Mager