Immer wieder gibt es im Alltag Momente, die uns innehalten lassen und unser Herz erfrischen. Ein solcher Moment war ein Abend Mitte März für uns Schwestern und Gäste im Mutterhaus, dem Herz Jesu Kloster in Steyl. Nach der gemeinsamen Eucharistiefeier mit unseren SSpS Formatorinnen aus aller Welt – sie halten vom 04. bis 25. März 2026 ihr Formatorinnenseminar im Mutterhaus (öffnet in neuem Tab) ab – kamen wir zu einem leckeren Abendessen zusammen. Fröhlicher Austausch erfüllte den Arnold-Janssen-Saal und bereitete uns auf eine besondere Überraschung vor.
Sr. Tanya Bogoslavets aus der Ukraine und Sr. Graciela Castro aus Paraguay, beide Teilnehmerinnen des Formatorinnenseminars, führten als Moderatorinnen durch eine „Alltagsunterbrechung“, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Gemeinsam mit den anderen Formatorinnen hatten sie einen Kulturabend vorbereitet, der uns ihre Heimat- und Wirkungsländer mit neuen Augen sehen ließ.
Es war, als würde ein frühlingshaftes Wunder, wie wir es derzeit auch in der Natur wahrnehmen, anbrechen: überraschend, lebendig und voller Staunen. Die Formatorinnen öffneten uns Türen zu Werten, Traditionen und Perspektiven, die unsere Erwartungen weit übertrafen – selbst dort, wo wir glaubten, schon vieles zu wissen.
Bereits in den Pausen zuvor herrschte geschäftiges Treiben im Arnold Janssen-Saal. Mit Kreativität und spürbarer Freude bereiteten die Formatorinnen kleine Mitbringsel und Snacks, die sie mitgebracht hatten, vor – ein verheißungsvoller Vorgeschmack auf das, was uns erwartete.
Mehrere Formatorinnen trugen traditionelle Landestrachten, und so wurden Werte, Brauchtum und kulturelle Identität auf eindrucksvolle Weise lebendig. Den Auftakt bildete ein Eröffnungstanz aus Indonesien (Timor-Leste). Als Zeichen der Dankbarkeit für die Gastfreundschaft im Mutterhaus erhielt Sr. Margret Keuck stellvertretend für die Hausgemeinschaft einen typischen indonesischen, kunstvoll gewobenen Schal – einen IKAT.
Jede Präsentation war ein kleines Meisterwerk: voller Herz, Rhythmus und Authentizität. Unsere Aufmerksamkeit galt nicht nur der Schönheit der Kulturen, sondern auch dem Schmerz mancher Länder. Offen wurden Wunden angesprochen, in denen unsere Mitschwestern den Menschen vor Ort beistehen und sie tatkräftig unterstützen. Unsere Mitleidenschaft und unser Gebet reichen weit über diesen Abend hinaus – sie stärken uns, sie schweißen uns regelrecht noch mehr zusammen in unserem gemeinsamen missionarischen Einsatz für eine hoffnungsvolle Zukunft. Erneut spannen wir die Fäden eines tragenden Netzes von Zusammengehörigkeit und Solidarität.
Sr. Margret dankte den Formatorinnen für dieses reichhaltige, fröhliche und spritzige Programm, das uns überwältigt und zugleich beinahe sprachlos zurückließ. Der Applaus am Ende war wohlverdient und erfüllte den Saal mit Dankbarkeit.
In dieser Vielfalt durften wir erneut die Einheit in der Verschiedenheit spüren – eine tiefe Verbundenheit, die uns als SSpS auf allen Kontinenten trägt und stärkt.
Text und Fotos: Sr. Antonia Schmid SSpS