Für die Kirche in Ghana

Eine-Welt-Report

Am 2. Februar 1946 landeten die ersten beiden Ghana-Missionarinnen im westafrikanischen Hafen von Takoradi. Sie kamen aus den USA. Vier deutsche Schwestern, die für Ghana bestimmt waren, durften nicht einreisen. Der Apostolische Präfekt, Pater Adolf Noser SVD, ebenfalls Amerikaner, holte sie im Hafen ab. Am nächsten Tag fuhren sie mit einem alten LKW nach Accra. Vorerst kamen sie im Missionshaus der Steyler Missionare unter. In den nächsten Tagen bekamen sie einen Einblick in Land, Leute und ihre Lebensart. (...)

Seit der Ankunft der Schwestern war offenkundig, dass die englische Herrschaft an der Goldküste zu Ende ging. Überall war der Drang nach politischer Unabhängigkeit zu spüren. Die Regierung setzte sich deshalb für eine beschleunigte Ausbildung von einheimischen Führungskräften ein. Gute Schulen wurden gebraucht. Diese Einstellung kam den Schwestern entgegen. Der Bildungsstandrad der St. Mary's High School ließ am Anfang zu wünschen übrig. Es fehlte an Geld für die erforderlichen Gebäude und die Bezahlung von Lehrerinnen mit Universitätsabschluss. Nach sieben Jahren erhielt dann die St. Mary's High School endlich die ersehnte staatliche Anerkennung.(...)

Nachdem anfänglich Krankenbesuche der Schwestern in staatlichen Krankehäusern abgelehnt wurden, verbesserte sich die Zusammenarbeit, als sich der gute Ruf der Schulen herumsprach. Das Vertrauen zu den Schwestern wuchs, und sie durften ins Krankenhaus kommen. Sie unterstützten Kranke, die eine nötige Behandlung nicht bezahlen konnten. Sie kümmerten sich um Patienten, die keine Angehörigen hatten, besuchten Todkranke und Sterbende, spendeten Trost und machten sie mit dem christlichen Glauben bekannt. Besonders gerne gingen sie ins Kinderhospital, um mit den Eltern zu sprechen und für die Kinder zu beten. ...

© Sr. Gabriele Hölzer SSpS aus Geist und Auftrag 4/21 Seite 24

 

Veröffentlicht: 12.11.2021  / Angela Küppers