TaK: Ein Ort der Hoffnung

Eine-Welt-Report

Ist der "Treff am Kapellchen" (TaK) an der Rudolfstr. in Mönchengladbach ein Ort, der Hoffnung ausstrahlt? Hilft er Menschen, nicht allein sein zu müssen, dass sie Anerkennung, Zuwendung und Gemeinschaft erfahren können, dass Leben in Fülle gesucht und gefunden werden kann, gerade für Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind? Nicht zuletzt bezeugt der TaK die Hoffnung, dass Kirche auch anders sein kann, hilfreich und befreiend. Der TaK, ein Aufenthalts- und Begegnungsort für Menschen, denen das Leben besondere Lasten und Mühen auferlegt hat, ein Ort der Menschlichkeit, Solidarität und Zuwendung mit einer langen Vorgeschichte, ein Ort, den gerade die Lage "am Kapellchen" zu etwas ganz Besonderem macht.

"Kapellchen": Haus der offenen Türen
Das "Kapellchen" ist ein durchaus beeindruckender Ort. Ein 1896 eingeweihter, auf etwa 60 Plätze angelegter neugotischer Kirchbau, der auf den Namen des heiligen Aloysius von Gonzaga geweiht ist. Im Gladbacher Volksmund wird er aber schlicht "Brandts Kapellchen" genannt. Das Bauwerk selbst erzählt Motiv und Idee seiner Errichtung. Seine herausragende und Denkmalgewürdigte Bedeutung für die deutsche Sozialgeschichte wurde erst viel später erkennbar. Zwei Engelsskulpturen rechts und links vom Hauptportal tragen Spruchbänder, die die Intentionen des Erbauers, Franz Brandts, offenbaren. "Memoriae Rudolfi Brandts sacrum" steht auf dem einen: dem Andenken Rudolf Brandts, seinem früh an Tuberkulose verstorbenen ältesten Sohn, geweiht. Mit dem anderen Spruchband, "Connubio religionis ac industriae dicatum", hat Franz Brandts die Mitte seines christlich motivierten gesellschaftlichen Engagements zum Ausdruck bringen wollen. "Religio" steht dabei für das katholische Christentum und "industria" für die damals neue industrielle Produktionsweise. Eine enge Verbindung beider ist anzustreben, weil von christlicher Überzeugung ein wesentlicher Beitrag zu einer humanen Gestaltung der Industriegeselschaft und zur Befriedung der tiefgreifenden sozialen Probleme und Verwerfungen im Gefolge der industriellen Revolution erwartet wird. ...

© Joachim Hoeps und Sr. Barbara Roßmadl aus Geist und Auftrag 1/24 Seite 24