Die Zeitschrift der Missionarischen Heilig-Geist-Gemeinschaft, "Geist und Auftrag" hat eine Auflage von 5.000 Exemplaren.
Sie erscheint halbjährlich in Deutschland.
Themenschwerpunkte sind: Spiritualität und Mission.
Die Kosten werden durch freie Spenden der Mitglieder gedeckt. Mit dem Überschuss werden soziale und pastorale Projekte unterstützt, Führungskräfte ausgebildet und in Katastrophenfällen geholfen.
Aus Dankbarkeit leben
"Dankt Gott, unserem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!" (Eph 5,20) "Der Epheserbrief ist ein überschwänglicher Ausdruck der Freude über die Berufung zum Christsein."
Das schreiben Franz Kogler und Reinhard Stiksel im Vorwort zum Brief an die Epheser im "Neuen Testament", übertragen in die Sprache unserer Zeit. Der Apostel Paulus fordert die Gemeinde in Ephesus zu ständigem Dank auf.
Wir sind eingeladen, jederzeit Gott, unserem Vater, zu danken. Unser Herz soll von Dank erfüllt sein, unser Mund und Gebet sollen davon sprechen. Es soll keine Zeiten und Situationen geben, in denen wir undankbar, voller Vorwürfe oder Ablehnung sind. Jederzeit haben wir Grund, Gott für alles, was er uns gibt, zu danken.
Der Schrifttext spricht auch davon, dass wir Gott überall danken sollen. Kein Ort und keine Zeit sollen unpassend sein, Gott unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. Dafür braucht es keine Kirche, keinen Gebetsraum und keinen besonderen Gebetstext.
Es gibt noch eine dritte Forderung an uns: Nämlich Gott, unserem Vater, für alles zu danken. Es gibt so viel Schönes zu sehen und zu hören, soviel Köstliches zu schmecken und soviel Wunderbares zu berühren, was uns drängt, Gott zu danken.
Aber können wir uns für alles bedanken? Ich denke an den Krieg in der Ukraine, im Iran und im Sudan. Für die Ermordung schwangerer Frauen und spielender Kinder? Können wir Gott danken, wenn bei illegalen Autorennen unschuldige Menschen sterben? Sind Folter und Missbrauch ein Grund, Gott zu danken? Es ist schon viel, wenn wir nicht auf Rache und Vergeltung sinnen, es Peinigern nicht heimzahlen wollen, ihnen vergeben möchten! Es ist sehr viel, wenn wir Gott dafür nicht anklagen, ihm keine Vorwürfe machen, uns von ihm nicht abwenden. Aber dafür zu danken? ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS
In jedem Ende steckt ein neuer Anfang
Von Adolf Kolping stammt das Wort: "Die Zukunft gehört Gott und den Mutigen." Das ist ein mutiges Wort.
Mutmachend soll auch jedes Gebet sein, hoffnungsvoll, aufbauend und vertrauend. Wir alle brauchen Mut, Mut und Kraft. Gerade jetzt, am Anfang eines neuen Jahres, an dem wir mit so vielen erschütternden Nachrichten konfrontiert sind: die gewaltsame Entführung von Maduro und seiner Frau, die Brandkatastrophe in einer Bar in der Schweiz mit vielen Toten und Schwerverletzten, die 2.000 russischen Luftangriffe auf die Ukraine in der Neujahrswoche, Tote und Verletzte in Gaza. Die Horrormeldungen könnten weiter fortgesetzt werden. Was hat das mit der Aussage von Adolf Kolping zu tun, dass die Zukunft Gott und den Mutigen gehören soll?
Mut, für die Erde einzutreten
Mir fällt da die Weltklimakonferenz in Brasilien ein. An ihr haben auch Mitglieder von VIVAT International teilgenommen, eine Nichtregierungsorganisation von uns Steylern gegründet, der sich viele andere Ordensgemeinschaften angeschlossen haben. Dort ging es um die Zukunft der Erde und ihrer Bewohner. Staaten wie Tuvalu, Kiribati, die Malediven, Fidschi und andere kleine Inselstaaten im Pazifik sind am stärksten vom Untergang bedroht, weil ihre tief liegenden Atolle durch den steigenden Meeresspiegel versinken werden; aber auch Teile großer Küstenregionen in Bangladesch, Indonesien, China, den USA (Florida, New York), den Niederlanden und anderen Ländern sind durch Überflutungen und Erosion akut gefährdet. Der Klimawandel ist eine globale Bedrohung für Küstenbewohner. Asiatische Länder und Inselstaaten sind davon besonders betroffen, weil ihnen oft Schutzmaßnahmen und finanzielle Ressourcen fehlen. Die Steyler Missionsschwester Nelly Boonen hat als Mitglied von VIVAT am Weltklimagipfel teilgenommen. Mehr als 50.000 Bewohner des Regenwaldes, Mitglieder indigener Völker und besorgte Bürger- und Bürgerinnen haben am Volksgipfel teilgenommen, sind mutig für die Erde und den Lebensraum vieler Menschen eingetreten.
Mut, die Komfortzone zu verlassen
Mut haben auch die jungen Menschen, die als "MaZ" (Mitleben auf Zeit) für ein Jahr in andere Länder gehen, wie z.B. nach Osttimor, einem kleinen, armen Land, in der Nachbarschaft von Indonesien. ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS
Einladung zur Freundschaft mit Gott
"Wir werden getrieben, anzuhäufen, zu konsumieren und uns abzulenken, gefangen in einem entwürdigenden System, das uns nicht erlaubt, über unsere unmittelbaren, armseligen Bedürfnisse hinauszusehen", fürchtet Papst Franziskus in seinem Schreiben "Dilexit nos" (Er liebt uns). "Das Anti-Herz ist eine Gesellschaft, die zunehmend von Narzissmus und Selbstbezogenheit beherrscht wird", so Franziskus. Er beklagt Gleichgültigkeit und Empathielosigkeit in der Welt, Kriege, ein sozioökonomisches Ungleichgewicht sowie Konsumismus und den menschenfeindlichen Einsatz von Technologie.
Das christliche Lebensmodell sei nur dann attraktiv, wenn es ganzheitlich gelebt und zum Ausdruck gebracht werden kann: nicht als bloße Zuflucht in religiöse Empfindungen oder in prunkvolle Rituale, lautet das Credo von Papst Franziskus. "Was wäre das für ein Dienst an Christus, wenn wir uns mit einer individuellen Beziehung begnügen würden, ohne Interesse daran, den anderen zu helfen, so dass sie weniger leiden und besser leben? Wird es dem Herzen, das uns so sehr liebte, etwa gefallen, wenn wir in einer innerlichen religiösen Erfahrung ohne geschwisterliche und soziale Auswirkungen verharren?"
Mission ist für Franziskus in diesem Sinn "ein Ausstrahlen und weitertragen der Liebe des Herzens Christi". Wenn wir aus der Liebe Christi schöpfen, werden wir fähig, geschwisterliche Bande zu knüpfen, die Würde jedes Menschen anzuerkennen und zusammen für unser gemeinsames Haus Sorge zu tragen. " ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS
Kirche geht zu den Menschen
"Die Kirche muss aufstehen und dienen!" Mit diesem Wunsch wandte sich Papst Franziskus zum Schluss der Weltsynode an die Katholiken weltweit und legte ihnen einen neuen missionarischen Aufbruch ans Herz. Mit Nachdruck verlangte er, auf die Herausforderungen und Nöte der heutigen Zeit zu reagieren und sich mutig für das Wohl aller Menschen einzusetzen.
Papst Franziskus sprach eindringlich über die Gefahr einer "sitzenden Kirche", die sich selbst an die Ränder der Wirklichkeit verbannt und dort in "Blindheit" verharrt. Diese Art von Kirche laufe Gefahr, ihre missionarische Berufung und ihre eigentliche Aufgabe in der Welt aus den Augen zu verlieren. "Wenn wir in unserer Blindheit verharren, werden wir das, was uns herausfordert, und die Probleme der Welt nicht sehen", warnte er.
Die Kirche solle aktiv die Stimme der Leidenden, Armen und Ausgegrenzten vertreten - und auch diejenigen erreichen, die sich vom Glauben entfernt haben oder ihm gleichgültig gegenüberstehen. "Wir brauchen eine Kirche, die das laute Rufen der Welt wahrnimmt und sich die Hände schmutzig macht, um ihr zu dienen", so Papst Franziskus weiter. Die Kirche dürfe nicht blind oder unbeweglich werden, sondern müsse als "missionarische Kirche mit dem Herrn auf den Straßen der Welt unterwegs sein." ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS