Geist und Auftrag

Die Zeitschrift der Missionarischen Heilig-Geist-Gemeinschaft, "Geist und Auftrag" hat eine Auflage von 8.000 Exemplaren.

Sie erscheint vierteljährlich in Deutschland, Österreich und Südtirol.

Themenschwerpunkte sind: Spiritualität und Mission.

Die Kosten werden durch freie Spenden der Mitglieder gedeckt. Mit dem Überschuss werden soziale und pastorale Projekte unterstützt, Führungskräfte ausgebildet und in Katastrophenfällen geholfen.

Archiv der letzten vier Ausgaben

Ausgabe 3/2025

Kirche geht zu den Menschen

"Die Kirche muss aufstehen und dienen!" Mit diesem Wunsch wandte sich Papst Franziskus zum Schluss der Weltsynode an die Katholiken weltweit und legte ihnen einen neuen missionarischen Aufbruch ans Herz. Mit Nachdruck verlangte er, auf die Herausforderungen und Nöte der heutigen Zeit zu reagieren und sich mutig für das Wohl aller Menschen einzusetzen.
Papst Franziskus sprach eindringlich über die Gefahr einer "sitzenden Kirche", die sich selbst an die Ränder der Wirklichkeit verbannt und dort in "Blindheit" verharrt. Diese Art von Kirche laufe Gefahr, ihre missionarische Berufung und ihre eigentliche Aufgabe in der Welt aus den Augen zu verlieren. "Wenn wir in unserer Blindheit verharren, werden wir das, was uns herausfordert, und die Probleme der Welt nicht sehen", warnte er.

Die Kirche solle aktiv die Stimme der Leidenden, Armen und Ausgegrenzten vertreten - und auch diejenigen erreichen, die sich vom Glauben entfernt haben oder ihm gleichgültig gegenüberstehen. "Wir brauchen eine Kirche, die das laute Rufen der Welt wahrnimmt und sich die Hände schmutzig macht, um ihr zu dienen", so Papst Franziskus weiter. Die Kirche dürfe nicht blind oder unbeweglich werden, sondern müsse als "missionarische Kirche mit dem Herrn auf den Straßen der Welt unterwegs sein." ...

Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS

Ausgabe 2/2025

(K)ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land

Welche Bilder für die Kirche kennen Sie? Jesus hat nicht über die Kirche gesprochen, sondern über das Reich Gottes und über seine Jünger, die sich zu ihm bekennen.

Vielleicht fällt Ihnen jetzt das Bild vom Weinstock, den Reben und dem Winzer ein, vom guten Hirten und seinen Schafen oder vom Senfkorn und vom Sauerteig. Bei diesen Bildern geht es um alle Menschen, die an Christus glauben, ob sie getauft sind oder nicht, einer Kirche angehören oder nur sich von Jesus angezogen fühlen. Diese Bilder beschreiben eine persönliche, freundschaftliche Beziehung zwischen Jesus und einem Menschen. Es geht bei ihnen nicht um Gebote und Verbote, um Strukturen, Hierachien, Ämter und Funktionen.

In der Zeit, als Paulus durch Kleinasien und Europa reiste, haben sich Christen in Häusern versammelt, zusammen gebetet und die Hl. Schrift gelesen, jedenfalls muss man das annehmen. Aber die Vorstellung von „Hauskirchen“, „Gemeinden“ mit Eucharistiefeiern im privaten Familienkreis, also von „Kirche im Kleinen“, ist weder in der Apostelgeschichte noch bei Paulus zu finden. Aus der Missionsarbeit des Paulus wissen wir, dass zwar die Missionare in Privathäusern reicher Leute logiert haben, aber die Eucharistie fand nicht im Privatbesitz reicher Leute statt, die sich „Hauskirchen“ leisten konnten. Das frühe Christentum war nicht in der Hand der Reichen. Vielleicht hat jemand einen großen Saal für alle zur Verfügung gestellt, nicht nur für wenige Auserwählte!
Für den heiligen Paulus ist die Kirche der „Leib Christi“. Alle Getauften sind nach der Lehre des heiligen Paulus Glieder des einen Christus. „Ein Brot ist es,“ schreibt Paulus in seinem 1. Korintherbrief. „Darum sind wir viele ein Leib“ (1 Kor 10,17). ...

Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS

Ausgabe 1/2025

Ich wünsche mir eine Kirche...

Im Oktober ging die Weltbischofssynode in Rom zu Ende. Wir konnten Berichte von einigen Treffen der Synode im Fernsehen sehen, in Kirchenzeitungen oder anderen Medien lesen oder im Radio hören. Welcher Eindruck ist bei Ihnen entstanden? Wofür sind Sie besonders dankbar, worüber sind Sie enttäuscht? Was hatten Sie sich im Vorfeld gewünscht? Seit vielen Jahren machen sich Theologen, Bischöfe, Pastoralarbeiter und -arbeiterinnen sowie Gläubige in unseren Gemeinden Gedanken, welche Kirche wir heute brauchen. Wie sollte sie heute sein und wofür sollte sie sich einsetzen?

Papst Johannes XXIII. hatte das 2. Vatikanische Konzil einberufen, weil auch er spürte, dass die Kirche sich heutigen Herausforderungen stellen muss. Ein mutiger "Sprung vorwärts" sollte das Ergebnis des Konzils sein. Helmut Krätzl war Stenograph beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–65), dessen Anliegen wusste er sich als späterer Weihbischof von Wien verpflichtet. Gegenteiligen Tendenzen, die heute stärker werden, hielt Krätzl entgegen, dass die Konzilsväter wirklich Mut zu Neuem bewiesen haben.
In Deutschland war die Würzburger Synode, offiziell "Die Gemeinsame Synode der Bistümer in der BRD", (1971 bis 1975) ein synodaler Prozess. Sie wurde "Deutsches Konzil" genannt. Sie sollte die Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils fördern. Wichtig waren nicht nur die Beschlüsse, sondern vor allem die Einübung offener Kommunikation und der Erfahrungsaustausch. 
Wenn Papst Franziskus Synodalität zum Thema macht, kann die Katholische Kirche in Österreich auf zwei synodale Projekte zu rückblicken, die seit dem 2. Vatikanischen Konzil stattgefunden haben. Die Delegiertenversammlung 1998 in Salzburg hatte die Österreichische Bischofskonferenz initiiert als "Dialog für Österreich". Diese Initiative wirkt bis heute nach. Weit bedeutender war der "Österreichische Synodale Vorgang (ÖSV)", der 1974 in Wien endete. Ihm waren Diözesansynoden in ganz Österreich voraus gegangen. Anlass dafür war das Konzil bzw. die Umsetzung seiner Beschlüsse auf diözesaner und landesweiter Ebene.

Trotz all dieser Bemühungen träumen viele Menschen heute von einer Kirche, die an ders ist. Sie vielleicht auch? Was ist Ihnen da bei wichtig? Wie können Sie selbst dazu bei tragen, dass die Kirche anders wird? Diese Fragen und Visionen werden uns 2025 beschäftigen. ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS

Titelthema

Das Thema "Kirche" ist schwierig; denn wenig ist heute so umstritten wie die Kirche. Sie hat ihre Geschichte, sie hat ihre Verdienste, und sie hat auch immer wieder Schuld auf sich geladen. Was uns in den letzten Jahren quält, ist der Missbrauch von Priestern, Ordensleuten und Bischöfen an Jungen und Mädchen; das Leugnen und Vertuschen der Taten und das fehlende Mitgefühl mit den Opfern. Die Kirche wird bewundert und gelobt, attackiert und verfolgt, verlassen und verteufelt, geliebt und besucht. Man kann nur mit dieser konkreten Kirche leben, nicht mit einer Kirche, die man sich ausgedacht hat. Im Alltag und im Leben lässt sich selten das Erwünschte finden, sondern nur die Realität, und diese ist gemischt aus Licht und Schatten. In diesem Dilemma liegt es nahe, von Kirche zu träumen. 

Hier werden verschiedene Träume von Kirche und Wünsche an sie vorgestellt. Wir laden Sie ein, sich von den Texten inspirieren zu lassen und zu fragen, was Sie von der Kirche erwarten. Wie sollte die Kirche, die Sie sich wünschen, heute sein? Der erste Text stammt von dem bekannten Jesuiten Roman Bleistein (1928-2000). Er war Mitarbeiter der Jesuiten-Zeitschrift "Stimmen der Zeit". Und galt als kompetenter und geschätzter Experte für Jugendfragen. Er war Berater von zahlreichen Gremien innerhalb und außerhalb der Kirche.

Mein Traum von Kirche
Ich träume von einer Kirche, der die alltägliche, selbstlose Liebe wichtiger ist als die Lehren aus dem Katechismus und die Normen des Kirchenrechts. Ich träume von einer Kirche, die nicht immer auf die Antworten aus Rom wartet, sondern sich auf den schöpferischen Geist verlässt, der allen Christen, Männern und Frauen, gegeben ist. Ich träume von einer Kirche, die die Gleichheit aller Christen durchsetzt, die Würde der Frau sichtbar macht und endlich allen Klerikalismus überwindet. ...
© Sr. Gabriele Hölzer SSpS aus Geist und Auftrag 1/25 Seite 4
 

Ausgabe 4/2024

Hoffnung im Alltag

Baustellen auf der Autobahn bedeuten Zeitverzögerungen, Umwege, Geduldsproben, Anlass zu Frust und Ärger. Sie sollen marode Streckenabschnitte und Bücken reparieren, sie sicherer machen. Baustellen, auf denen ein neues Haus entsteht, Kabel für eine schnellere Internetverbindung gelegt oder Deiche erhöht werden, wecken Hoffnung und große Erwartungen in uns. Oft ist unser Leben und unsere Kirche, unsere Gemeinde und auch unser Arbeitsplatz eine Baustelle. Das gefällt uns nicht immer, da auch dort marode und überkommene Strukturen und Gewohnheiten entfernt werden müssen, wenn Neues entstehen soll. Wir brauchen gute Nerven, Mut, Vertrauen und Offenheit für Neues, aber auch Geduld in der Phase der Umstellung und lärmender Bauarbeiten. Von solchen Erfahrungen können sicher die meisten Menschen berichten. Am Anfang stehen vielleicht Zweifel, Fragen und der Abschiedsschmerz. Wenn dann das neue Haus eingeweiht wird, der neue Erdenbürger geboren wurde, die neue Art zu arbeiten und zu leben sich eingespielt haben, dann fühlen wir uns vielleicht erleichtert, befreit oder auch beschenkt.

Vielleicht machen wir ähnliche Erfahrungen mit unserem Glauben und Beten. Es gibt Zeiten, da scheint uns die Freude am Glauben, an der Kirche oder Gemeinde abhanden gekommen zu sein. Alles erscheint uns sinnlos, nutzlos und mühsam. Diese Phasen gibt es auch in Partnerschaft, Ehe, Freundschaft, Gemeinde. Und doch sind das notwendige Phasen, in der unsere Liebe sich vertiefen und wachsen kann. ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS

Titelthema


"Hoffen wir das Beste!", "Man soll die Hoffnung nicht aufgeben!", "Die Hoffnung stirbt zuletzt!" – wohl bekannte Floskeln. Floskeln sind per definitionem "nichtssagende Redewendungen". Etwas, das man so daher sagt, aber genauso gut auch weglassen könnte. Ist unser Reden im Alltag über Hoffnung also bloß ein Lückenfüller? Oder steckt da vielleicht doch noch mehr dahinter? Hoffnung meint den Glauben daran, dass etwas gut ausgehen kann, auch, wenn die Bedingungen dafür (noch) nicht geschaffen sind. In jeder Hoffnung steckt damit also eine Menge Mut und ein tiefes Grundvertrauen. Dieses Vertrauen in mich selbst und meine Überlebensfähigkeit, in Mitmenschen, die mir zur Seite stehen, und in einen Gott, der alle Wege mitgeht und zum Segen bringt, ist Voraussetzung dafür, dass ich angesichts neuer Schwierigkeiten Hoffnung haben kann. Um es mit den Worten des Kölners zu sagen: "Et hätt noch emmer joot je jange" (Rheinisches Grundgesetz, Artikel 3).

Kann man Hoffnung messen?
Seit 15 Jahren stellen die Universität St. Gallen in der Schweiz und die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung "swissfuture" ein jährliches Hoffnungsbarometer bereit. In einer großen Internet Umfrage mit Unterstützung der Tageszeitung "20 Minuten" befragen sie die Öffentlichkeit, wie es um ihre Hoffnung bestellt ist. Dabei geht es um Aspekte wie die Bedeutung von Hoffnung, Zufriedenheit und Zukunftserwartungen, um persönliche und gesellschaftliche Hoffnungen, Quellen von Hoffnung sowie das Glück und die Erfüllung im Leben. (...)

Die Ergebnisse des Hoffnungsbarometers für das Jahr 2024 zeigen, dass die Menschen in der Schweiz mit Blick auf ihr persönliches Leben viel zuversichtlicher sind als mit Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen. Der größere Pessimismus bezüglich Gesellschaft und Welt ist in den letzten zwanzig Jahren stetig gewachsen, und junge Menschen sind generell hoffnungsloser als ältere. Zugleich: Während der Glaube an eine gute und gerechte Welt abgenommen hat, ist der Glaube an die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen markant gewachsen. Die wichtigsten persönlichen Hoffnungen der Menschen in der Schweiz sind eine gute Gesundheit und eine glückliche Familie, Ehe oder Partnerschaft. ...
© Sr. Michaela Leifgen SSpS aus Geist und Auftrag 4/24 Seite 4
 

Einladung zur Freundschaft mit Gott


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