Der Berufung folgen

Wer sich nach einer Zeit des intensiveren Kennenlernens für einen Eintritt in unsere Gemeinschaft entscheidet, durchläuft verschiedene Phasen der Ordensausbildung:

Das Postulat bietet die Chance des allmählichen Hineinwachsens in die Ordensgemeinschaft. Ein knappes Jahr lebt die Postulantin in der Kommunität in Frankfurt  mit und teilt den Alltag der Schwestern, wobei sie eigene Aufgabenbereiche übernimmt.

Im zweijährigen Noviziat ist viel Zeit für eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Glaubens- und Lebensweg. Es ist vor allem eine Zeit geistlicher Vertiefung. Dabei steht Unterricht auf dem Programm, aber auch soziales Engagement hat einen wichtigen Platz. Die Novizinnen, die aus verschiedenen Ländern kommen, gehen nach dem ersten Noviziatsjahr in Rom für ein halbes Jahr in ihre Heimatprovinzen zurück. Die dort gewonnen Erfahrungen werden im letzten halben Jahr in Rom reflektiert und fließen in die Vorbereitung auf die Erstprofess ein.

Nach der Ablegung der ersten Gelübde („Erstprofess“) beginnt das sogenannte Juniorat. In dieser Zeit findet oft eine berufliche (Weiter-)Qualifikation oder eine Missionserfahrung in einem anderen Land statt. Die Schwester wächst in den sechs bis max. neun Jahren tiefer in die Gemeinschaft hinein, sodass sie dann ihr ewiges Ja zu GOTT und der Gemeinschaft sprechen kann.

Die ewige Profess wird nach einem ca. neunmonatigen Vorbereitungskurs, der in internationalem Kontext stattfindet, gefeiert. Die Schwester bleibt dann in der Lerngemeinschaft der Jüngerinnen Jesu unterwegs - ihr Leben lang.

Kennenlernen

Sie interessieren sich für das Leben in einer missionarischen, internationalen Ordensgemeinschaft? Sie möchten weitere Schritte auf Ihrem eigenen Berufungsweg gehen?

Wir bieten Ihnen Hilfen auf dem Weg zu einer freien Entscheidung an:

  • Auf Veranstaltungen für Junge Erwachsene können Sie ins Gespräch mit Schwestern und Gleichgesinnten kommen. Auch eine erste Kontaktaufnahme ist so in lockerer Weise möglich.
     
  • An speziellen Wochenenden für am Ordensleben interessierte Frauen können Sie sich über Ordensleben informieren, unsere Spiritualität und unser Charisma besser kennenlernen.
     
  • Auf Anfrage ist eine Mitlebezeit in verschiedenen Kommunitäten jederzeit möglich.
     
  • Exerzitien helfen, das eigene Leben mit den Augen GOTTES in den Blick zu nehmen und der ureigenen Berufung mehr auf die Spur zu kommen.

 

Sie möchten mehr wissen? Nehmen Sie einfach Kontakt auf mit Sr. Christine.

Postulat

Wenn sich die Interessentin für ein Leben in unserer Ordensgemeinschaft entschieden hat, beginnt für sie die Zeit des Postulats. Die Postulantin verlangt (lat. postulare) danach, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden und in größerer Vertrautheit mit Jesus Christus zu leben, in dessen Nachfolge sie bereits seit ihrer Taufe steht.

Die Schritte im Postulat werden individuell gestaltet: Diese Formationsstufe kann als externes Postulat begonnen werden oder direkt in der Kommunität in Frankfurt.

Mindestens 9 Monate lebt die Postulantin in der Postulatsgemeinschaft mit. Diese Zeit dient dem allmählichen Hinweinwachsen in die Kongregation und dem Vertrautwerden mit der Lebensform. Neben dem alltäglichen Leben in der Gemeinschaft sind hierfür der Postulatsunterricht, Wüstentage, Einzelexerzitien sowie die regelmäßige geistliche Begleitung hilfreich. Durch unterschiedliche Tätigkeiten erhält die Postulantin Einblick in das Charisma der Steyler Missionsschwestern. Denkbar ist auch, dass die Arbeit im eigenen Berufsfeld teilweise fortgesetzt wird. Ergänzt wird die Formation vor Ort durch ordensinterne und interkongregationale Ausbildungskurse, in denen Kontakte geknüpft und gepflegt werden können.

Noviziat

Die stillere Zeit des Noviziats macht es möglich, die eigene Aufmerksamkeit auch auf die leisen Töne zu richten. Dadurch steigt die Achtsamkeit für die inneren Regungen, für unsere Mitmenschen und die Dinge, die uns umgeben - somit auch für GOTT, der uns in allen Dingen sucht. Die eigene Lebensgeschichte und die mit ihr verwobene Gottesbeziehung kann neu in den Blick genommen werden. Dadurch eröffnen sich ungeahnte Räume in der Beziehung mit GOTT, den Mitmenschen und der ganzen Schöpfung.

Das zweijährige Noviziat gliedert sich in drei Abschnitte:
Auf das eher zurückgezogene erste Noviziatsjahr in Rom, in dem die Novizin herausgenommen ist aus dem beruflichen Kontext, folgt ein sechsmonatiger Einsatz in einer Kommunität der Heimatprovinz. Hier kann sie erfahren, wie sich das bisher eingeübte geistliche und gemeinschaftliche Leben mit einem herkömmlichen Arbeitsalltag verbinden lässt. Das Praktikum wird im letzten Halbjahr im Noviziatshaus in Rom reflektiert, zudem findet nun die intensivere Vorbereitung auf die Erstprofess statt.

Bausteine, die der Schwester im Noviziat begegnen und ihr geistliches Leben fördern, sind geistliche Begleitung, Wüstentage, Einzelexerzitien, geistlicher Austausch in der Gemeinschaft, Noviziatsunterricht und –kurse, die auch auf interkongregationaler Ebene stattfinden.
Wie das Postulat dient auch das Noviziat zur Entscheidungsfindung für oder gegen ein Leben in der Ordensgemeinschaft.

Juniorat

Nach der Profess, bei der die Schwester verspricht, in eheloser Keuschheit, Armut und Gehorsam Jesus Christus in unserer Gemeinschaft nachzufolgen, beginnt für sie die Zeit des Juniorats. Hineingestellt in einen neuen Lebenskontext mit neuen Aufgaben liegt für die Schwester die Herausforderung darin, im Alltag stets neu die Verbindung zu GOTT zu suchen und immer bewusster in Seiner Gegenwart zu leben.
Die konkrete Ausgestaltung des Juniorats ist so vielfältig wie die Schwestern selbst: Je nach den Bedürfnissen der Schwester und der Gemeinschaft ist sie im erlernten Beruf tätig oder beginnt eine neue Berufsausbildung bzw. ein Studium, dies ist innerhalb Deutschlands oder in anderen Provinzen weltweit möglich. Die regelmäßigen Junioratstreffen stärken die Verbundenheit der jungen Schwestern und bieten die Chance zum Austausch und zur Weiterbildung.

Die Junioratsschwester erneuert jährlich ihre Gelübde. Im Regelfall beginnt für sie im sechsten Jahr die Vorbereitung auf die ewige Profess, Probation genannt. Der Vorbereitungskurs dauert ca. 9 Monate und findet in der Regel in internationalem Kontext statt. Er gibt der Schwester die Möglichkeit, sich nochmals intensiv mit eigenen und ordensspezifischen Themen zu befassen (z.B. Missiologie, Interkulturalität, Spiritualität, Ordensgeschichte). Dreißigtägige Exerzitien sind der Höhepunkt dieser Vorbereitungszeit hin auf die ewige Profess.

Ewige Profess

In den ewigen Gelübden vollzieht die Schwester ihre Ganzhingabe an Christus und bindet sich für immer an unsere Kongregation und ihren Dienst in der Kirche. Sie erklärt sich bereit, sich dorthin senden zu lassen, wo sie am Aufbau des Reiches GOTTES mitwirken kann.

In den unterschiedlichsten Lebenskontexten, in denen sich Schwestern nach der ewigen Profess befinden, bemühen sie sich täglich neu um die versprochene Ganzhingabe an Christus. Jede Lebensphase birgt neue Verheißungen und Herausforderungen in sich, die im Lichte des Glaubens gestaltet werden wollen. In diesem lebenslangen Prozess wandelt sich auch die Gottesbeziehung hin zu immer größerer Einfachheit und Tiefe.

Im Ordensleben sind sich die Schwestern gegenseitig Stütze und Hilfe, indem sie ihr Leben und ihren Glauben aufrichtig miteinander teilen und sich bewusst machen, dass Nachfolge nur im Weitergehen gelebt werden kann. Das im geistlichen Leben Eingeübte wird weiter gepflegt und vertieft, gleichzeitig sind Angebote hilfreich, die neue Impulse zu setzen vermögen und den Blick weiten. Dazu bietet die Ordensgemeinschaft diverse Weiterbildungsprogramme an.

Eine hervorgehobene Stellung nimmt unter diesen Kursen das dreimonatige Terziat ein, das in internationalem Kontext stattfindet. Diese Auszeit ermöglicht den Schwestern eine Neuausrichtung in der gewählten Lebensform und die geistliche Erneuerung aus unserer Spiritualität heraus.

Kontakt

Sr. Christine Müller SSpS
Haus Delbrêl
Ziegelhüttenweg 149
60598 Frankfurt
069/69714900
inspirit[at]ssps.de