Hélota liegt in der Region Kara, etwa 37 Kilometer entfernt von der Distrikt-Hauptstadt Kandé (Kanté), im Norden Togos. Weitere 18 kleine Dörfer liegen im nahen Umkreis. Die Gegend ist sehr arm. Es gibt keinen Zugang zur Elektrizitätsversorgung und kaum Infrastruktur. Die wenigen vorhandenen Straßen sind unbefestigt und deshalb während der Regenzeit nicht befahrbar. Das bedeutet, dass die Dörfer in diesen Zeiten von der Außenwelt abgeschlossen sind. Die Menschen dieser Region leben von der Landwirtschaft, hauptsächlich von Mais, Bohnen und Baumwolle. Viele, vor allem Frauen, sind Analphabet*innen, da ihnen ihre Familien einen Schulbesuch nicht ermöglichen können.
Um junge Frauen in dieser Region so zu fördern, dass sie später unabhängig auf eigenen Füßen stehen können, haben die Steyler Missionsschwestern in Hélota eine Schule samt Internat für 20 Schülerinnen, das Ausbildungszentrum „Mère Josépha" errichtet.
Die Schule verfolgt einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Ihr Lehrplan ist auf vier Jahre ausgerichtet. Liegt der Ausbildungsschwerpunkt im ersten Jahr auf dem Erwerb von Grundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen, erweitern ab dem zweiten Schuljahr praktische Fächer wie Nähen, Sticken und Hauswirtschaft den Stundenplan. Ebenso werden kaufmännische Grundlagen und Buchführungskenntnisse vermittelt.
Daneben wird großer Wert auf Persönlichkeitsentwicklung und die Förderung der Sozialkompetenz gelegt. Kleine Lerngruppen ermöglichen eine individuelle Förderung und Begleitung der Schülerinnen. Kommunikationstrainings und Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation ergänzen die Ausbildung. Diese Trainings sind wichtig, um nach Schulabschluss in einer von Männern dominierten Welt ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Die Schulzeit endet mit einem staatlich anerkannten Examen. Dies berechtigt die Frauen nicht nur, in ihren Dörfern eine Schneiderei zu eröffnen, sondern auch zur fachlichen Ausbildung anderer Frauen.